Da mein nächster Termin in Bern erst gegen den 28. April ansteht, habe ich noch ausreichend Zeit für einen weiteren kleinen Abstecher. Mein Interrail-Pass ist schliesslich noch bis zum 22. Mai gültig.
Bereits auf meiner letzten Reise hatte ich vor, nach Verdun zu fahren, um mir jene Orte anzusehen, an denen im Ersten Weltkrieg diese unfassbar grausamen Stellungskämpfe stattgefunden haben – Kämpfe, bei denen über 350'000 Soldaten ihr Leben verloren, ohne dass nennenswerte Geländegewinne erzielt werden konnten. Auch wurde dort erstmals Giftgas eingesetzt. Letztlich entschied ich mich damals jedoch spontan um und reiste stattdessen nach Dublin.
Nun habe ich diesen Plan endlich nachgeholt. Am 20. April bin ich aufgebrochen und – nach fünfmaligem Umsteigen – am Abend in Verdun angekommen. Untergebracht bin ich in einem kleinen Hotel, nur etwa 200 Meter vom Bahnhof entfernt. Für meinen Aufenthalt habe ich drei Nächte gebucht und mir am zweiten Tag ein Auto für zwei Tage gemietet.
Verdun präsentiert sich derzeit überraschend ruhig – nahezu kein Tourismus, eine fast schon kontemplative Atmosphäre. In der Hochsaison dürfte das wohl ganz anders aussehen. Das Wetter ist hervorragend, und ich habe bereits die wichtigsten Schauplätze besucht. Besonders eindrücklich – und zugleich erschütternd – ist, dass viele Orte noch immer von unzähligen Einschlagskratern übersät sind. Ganze Landstriche, vor allem in den Wäldern, die inzwischen wieder nachgewachsen sind (1918 gab es hier praktisch keine Vegetation mehr), bleiben weiterhin gesperrt. Der Boden ist noch immer mit Metallen kontaminiert, und es befinden sich nach wie vor zahlreiche menschliche Überreste darin, die nie geborgen wurden – es waren schlicht zu viele.
Die Drohne erweist sich dabei als äusserst hilfreiches Instrument, um einen besseren Überblick über diese weitläufigen und geschichtsträchtigen Areale zu gewinnen.
Morgen geht die Reise weiter – möglicherweise nach Luxemburg. Ganz entschieden habe ich mich allerdings noch nicht


