Dienstag, 21. April 2026

Verdun

Da mein nächster Termin in Bern erst gegen den 28. April ansteht, habe ich noch ausreichend Zeit für einen weiteren kleinen Abstecher. Mein Interrail-Pass ist schliesslich noch bis zum 22. Mai gültig.

Bereits auf meiner letzten Reise hatte ich vor, nach Verdun zu fahren, um mir jene Orte anzusehen, an denen im Ersten Weltkrieg diese unfassbar grausamen Stellungskämpfe stattgefunden haben – Kämpfe, bei denen über 350'000 Soldaten ihr Leben verloren, ohne dass nennenswerte Geländegewinne erzielt werden konnten. Auch wurde dort erstmals Giftgas eingesetzt. Letztlich entschied ich mich damals jedoch spontan um und reiste stattdessen nach Dublin.

Nun habe ich diesen Plan endlich nachgeholt. Am 20. April bin ich aufgebrochen und – nach fünfmaligem Umsteigen – am Abend in Verdun angekommen. Untergebracht bin ich in einem kleinen Hotel, nur etwa 200 Meter vom Bahnhof entfernt. Für meinen Aufenthalt habe ich drei Nächte gebucht und mir am zweiten Tag ein Auto für zwei Tage gemietet.

Verdun präsentiert sich derzeit überraschend ruhig – nahezu kein Tourismus, eine fast schon kontemplative Atmosphäre. In der Hochsaison dürfte das wohl ganz anders aussehen. Das Wetter ist hervorragend, und ich habe bereits die wichtigsten Schauplätze besucht. Besonders eindrücklich – und zugleich erschütternd – ist, dass viele Orte noch immer von unzähligen Einschlagskratern übersät sind. Ganze Landstriche, vor allem in den Wäldern, die inzwischen wieder nachgewachsen sind (1918 gab es hier praktisch keine Vegetation mehr), bleiben weiterhin gesperrt. Der Boden ist noch immer mit Metallen kontaminiert, und es befinden sich nach wie vor zahlreiche menschliche Überreste darin, die nie geborgen wurden – es waren schlicht zu viele.

Die Drohne erweist sich dabei als äusserst hilfreiches Instrument, um einen besseren Überblick über diese weitläufigen und geschichtsträchtigen Areale zu gewinnen.

Morgen geht die Reise weiter – möglicherweise nach Luxemburg. Ganz entschieden habe ich mich allerdings noch nicht




Sonntag, 12. April 2026

Paris, Nimes, Bordeaux, Cherbourg, Dublin

Am 22. März ging es bereits wieder los – lange stillsitzen ist offenbar nicht meine Kernkompetenz. Der ursprüngliche Plan war, erneut ganz in den Süden bis nach Algeciras in Spanien zu reisen und eventuell wieder nach Marokko überzusetzen. Die Reservationen von Basel nach Paris und weiter nach Barcelona hatte ich bereits fix in der Tasche – es sah also ganz nach einem klassischen „bewährten Route“-Trip aus.

Ich verbrachte eine Nacht in Paris und bestieg am nächsten Tag den Zug Richtung Barcelona. Doch irgendwo unterwegs überkam mich ein spontaner Sinneswandel. Diese Strecke nach Algeciras hatte ich mittlerweile bestimmt schon fünfmal absolviert – und so langsam kennt man jede Kurve beim Vornamen. Also beschloss ich kurzerhand, etwas Neues zu wagen, und stieg in Nîmes aus. Dort übernachtete ich in einem überraschend guten und erfreulich günstigen Hotel, gerade einmal 30 Meter vom Bahnhof entfernt.

Am nächsten Morgen reservierte ich mir eine Weiterfahrt nach Bordeaux. Vor etwa 20 Jahren war ich schon einmal in der Region, damals wegen einer beeindruckenden Düne, von der aus man wunderbar Gleitschirm fliegen kann. Dieses Mal entschied ich mich jedoch bewusst gegen potenzielle Knochenbrüche und dafür, die Stadt Bordeaux selbst zu erkunden – ein Zeichen von Reife, würde ich sagen… oder zumindest von Vorsicht.

Am 25. März kam ich in Bordeaux an und blieb bis zum 27. Eine grosse, eindrucksvolle und ausgesprochen schöne Stadt. Aktuell fällt mir keine andere ein, die eine derart weitläufige und gleichzeitig so beeindruckende Altstadt zu bieten hat. Übernachtet habe ich im Ibis Budget – funktional, unkompliziert und genau das Richtige für mich.

Als ich in Bordeaux ankam war mein weiterer Reiseverlauf noch alles andere als klar. Eine Idee war, via Paris – da es keine direkte Nordverbindung gibt – nach Verdun zu reisen, um mir die historische Umgebung anzusehen. Dort tobte im Ersten Weltkrieg eine monatelange, verheerende Schlacht, bei der erstmals Giftgas eingesetzt wurde. Rund 350’000 Soldaten verloren dort ihr Leben, ohne dass eine Seite nennenswerte Gebietsgewinne erzielen konnte – ein düsteres Kapitel der Geschichte.

Doch wie so oft kam es anders. Stattdessen erinnerte ich mich daran, dass ich bereits einmal mit der Fähre von Dublin nach Cherbourg gefahren war. Also entschied ich mich, das Ganze einfach in umgekehrter Richtung zu wiederholen – warum auch nicht.

Am 29. März nahm ich die Fähre 'Irish Ferries' nach Dublin und buchte – ganz der Gewohnheit folgend – dasselbe Hostel wie beim letzten Mal, mitten in der Partymeile. Man bleibt sich ja treu.

Allerdings hielt ich es nur zweieinhalb Tage in Dublin aus. Der ursprüngliche Plan war, mit dem Zug nach Belfast weiterzureisen, von dort per Schiff nach Liverpool zu fahren und anschliessend über London den Heimweg anzutreten. Ein sauber durchgeplanter Trip – theoretisch.

Praktisch jedoch hatte ich plötzlich genug. Das Wetter spielte nicht wirklich mit, und irgendwie hatte ich das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben. Kein Wunder – ich bin mittlerweile seit rund drei Jahren quer durch Europa unterwegs und habe unzählige Orte besucht. Irgendwann stellt sich eben ein gewisser „Kenn-ich-schon“-Effekt ein.

Also machte ich kurzen Prozess: Am 31. März buchte ich mir spontan ein Flugticket mit Swiss für 175 Franken von Dublin nach Zürich und landete am 1. April wieder zuhause – ausnahmsweise ganz ohne Umwege.

Ich traue es mich kaum zu sagen, aber nach etwa vier Tagen zuhause begann es schon wieder zu kribbeln. Heute ist der 12. April, und ich bin tatsächlich noch hier – aber vermutlich nicht mehr lange. Der Weg ist eben doch das Ziel. Irgendwo scheint bei mir eine Schraube locker zu sein… aber immerhin sorgt genau diese dafür, dass es nie langweilig wird.😄















Verona

Nachdem mein nächster Arzttermin auf den 19. März angesetzt war, verblieben mir noch einige Tage zur freien Verfügung. Kurzerhand entschied ich mich für einen spontanen Kurzaufenthalt in Verona, das nur wenig nördlich von Firenze liegt. Am 15. März trat ich die Reise an. Die Zugfahrt nahm rund zweieinhalb Stunden in Anspruch, und gegen Abend erreichte ich schließlich Verona.

Den gesamten 16. März verbrachte ich vor Ort. Die Unterkunft lag zwar leicht über meinem vorgesehenen Budget, doch gelegentlicher Komfort darf durchaus sein. Die Stadt selbst erwies sich – wie so viele Orte mit erhaltener und teilweise liebevoll restaurierter Altstadt – als ein wahrer Genuss und lud zum entspannten Flanieren ein.

Ansonsten gibt es nichts Spektakuläres zu berichten. Weder habe ich etwas verloren oder vergessen, noch habe ich mich durch irgendeine tolpatschige Aktion hervorgetan – was durchaus bemerkenswert ist. Am 17. März trat ich schließlich die Rückreise an und fuhr via Mailand wieder nach Hause.




Bodø, Narvik & Stockholm

Am 15. Mai ging es dann weiter rauf von Trondheim nach Bodø. Einen kleinen Teil der Strecke – die ersten knapp zwei Stunden – musste man mit...