Nach einigen Tagen zuhause ging es wieder los. Diesen Satz habe ich inzwischen vermutlich schon hundert Mal geschrieben. Langsam muss ich mir wirklich etwas Originelleres einfallen lassen. Vielleicht so etwas wie: „Meine Arschbacken begannen vom ewigen Herumsitzen zuhause zu protestieren, weshalb dringender Handlungsbedarf bestand.“
Wie auch immer. Zum ebenfalls sicher fünften Mal – und damit meine ich nicht diesen Satz, sondern tatsächlich die Zugfahrt – bestieg ich am 8. Juni den Nightjet von Zürich über Wien nach Budapest. Ich hatte einen Platz in einem Zweierabteil reserviert, aber wie so oft war mir das Glück hold und mein Mitreisender erschien nicht. Somit hatte ich das Abteil wieder ganz für mich alleine.
Am 9. Juni kam ich um 09:45 Uhr bei strahlendem Sonnenschein in Budapest an. Ich hatte ein kleines Zimmer gebucht, musste aber leider feststellen, dass „klein“ in diesem Fall eine ziemlich kreative Umschreibung war. Gesehen hatte ich das Zimmer zwar noch nicht, aber bereits am Bahnhof entdeckte ich bei der Routenplanung ein Foto davon. Das genügte, um leichte Panik auszulösen. Ich rief den Vermieter an und erklärte ihm die Situation. Eine sehr freundliche Frau meldete sich und meinte lachend, dass sie mit meinem Anruf eigentlich schon gerechnet habe.
Zum Glück konnte sie mir eine Alternative zum gleichen Preis anbieten – 25 Franken pro Nacht. Es handelte sich zwar nicht um ein Einzelzimmer, sondern um ein Vierbettzimmer, dafür war dieses riesig und befand sich in einem wunderschönen alten Gebäude. In jeder Ecke stand ein Bett, und zwischen den einzelnen Betten lagen gefühlt fünf Meter Abstand. Schlussendlich waren wir sogar nur zu zweit im Zimmer, und nachts war es himmlisch ruhig. Besser hätte es kaum sein können.
Den 10. Juni verbrachte ich in Budapest und schaute mir noch einige Orte an, die ich bisher noch nicht besucht hatte. Die Stadt gefällt mir mit jedem Besuch besser, insbesondere bei schönem Wetter. Das war bei meinem ersten und teilweise auch beim zweiten Besuch noch ganz anders. Im Vergleich zu Städten wie Prag gibt es zwar noch viele historische Gebäude, die dringend renoviert werden müssten, aber das wird mit der Zeit sicher geschehen. Budapest ist eine riesige Stadt, und die Sanierung unzähliger Altbauten kostet selbstverständlich ein Vermögen.
Natürlich schaute ich auch beim Bahnhof vorbei und reservierte meinen Platz im Nachtzug von Budapest nach Bukarest.
Am 11. Juni ging es dann um 16:00 Uhr weiter. Wieder in einem Zweierabteil. Diesmal hatte ich tatsächlich einen Mitreisenden, aber es war ein angenehmer Typ und die Fahrt verlief völlig problemlos.
Am 12. Juni kam ich in Bukarest an. Der erste Eindruck war ehrlich gesagt eher durchzogen, was allerdings hauptsächlich am Wetter lag. Es regnete, und viele Städte wirken bei Regen nun einmal etwas trostloser. Dafür hatte ich ein schönes Zimmer in einem prächtigen alten Haus gemietet.
Am nächsten Morgen zeigte sich Bukarest dann von einer völlig anderen Seite. Knallblauer Himmel, sommerliche Temperaturen und strahlender Sonnenschein. Meine Unterkunft lag direkt an der Calea Victoriei, der wohl schönsten Strasse der Stadt, die mich ein wenig an die Gran Vía in Madrid erinnerte.
Den Rest des Tages sowie den folgenden Tag verbrachte ich damit, Bukarest zu erkunden. Die Stadt hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch hier gibt es noch viele historische Gebäude, die auf eine Renovation warten. Immerhin existieren inzwischen in vielen osteuropäischen Städten Gesetze, die verhindern sollen, dass alte Häuser einfach abgerissen werden.
Allerdings wurde mir erzählt, dass der Immobilienmarkt teilweise auch von eher fragwürdigen Gestalten beeinflusst wird. Wenn jemand ein altes Gebäude unbedingt loswerden möchte, kommt es offenbar gelegentlich vor, dass dieses ganz plötzlich und völlig unerwartet Feuer fängt. Äusserst bedauerlich natürlich. Dumm gelaufen. Kann man nichts machen.
Am 13. Juni übernahm ich schliesslich meinen Mietwagen, den ich bis zum 18. Juni um 14:00 Uhr behalten werde.
Am 14. Juni morgens um 07:00 Uhr ging es dann los. ChatGPT hatte mir eine Route zusammengestellt, mit der ich in der verfügbaren Zeit möglichst viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Rumäniens besuchen kann.
Die Route lautet:
Bukarest – Schloss Peleș – Schloss Bran – Brașov – Sighișoara – Sibiu – Transfăgărășan – Bâlea-See – Bukarest
Die Transfăgărășan ist wie man sagt eine der schönsten Strassen mindestens in Europa. Bin gespannt darauf. Hier etwas das ich in YouTube gefunden habe. Die Strasse ist immer im Winterhalbjahr gesperrt. Ich habe Glück. Dieses Jahr wurde sie am 12. Juni geöffnet. Video der Transfăgărășan
Weiteres folgt dann unterwegs.
Am 23. Mai entschied ich mich schlussendlich, wieder in Richtung Heimat zu fahren – mit möglichen Zwischenstopps in Kopenhagen, Hamburg und vielleicht sogar noch Berlin oder Amsterdam.
Ich nahm den Zug von Stockholm nach Kopenhagen und buchte dort für zwei Nächte ein Zimmer im Generator Hostel. Dort war ich bereits zweimal abgestiegen und hatte jedes Mal sehr gute Erfahrungen gemacht. Das Hostel liegt mitten im Ausgehviertel, was aber auf eine angenehme Art funktioniert. Keine Ansammlung von grölenden, vor allem männlichen Gestalten, die einen daran zweifeln lassen, ob die Menschheit wirklich ein Recht hat, weiter zu existieren. Nein, die Atmosphäre war entspannt, international und unkompliziert. Ich kann das Hostel wirklich weiterempfehlen.
Nach knapp zwei Tagen ging es dann weiter nach Hamburg. Die Strecke ist eigentlich gar nicht so weit, aber der Zug macht einen recht grossen Umweg, um auch kleinere Orte entlang der Strecke zu bedienen. Das dauert zwar etwas länger, ist aber absolut in Ordnung.
In Hamburg buchte ich erneut zwei Nächte im Cab20, einem Ort, den ich inzwischen sicher schon viermal besucht habe. Die Gegend direkt neben dem Hamburger Hauptbahnhof gehört zwar nicht zu den schönsten Ecken der Stadt, aber das Cab20 ist für mich so etwas wie ein Fünf-Sterne-Hostel. Und nur etwa 100 Meter entfernt befindet sich jenes Restaurant mit den Shrimps in Knoblauchsauce, das ich in meinen Reiseberichten vermutlich schon mehrmals erwähnt habe. Allein dafür lohnt sich der Aufenthalt beinahe schon.
Am 27. Mai ging es dann mit einer direkten Verbindung von Hamburg nach Basel SBB und anschliessend weiter nach Luzern. Ich musste wieder meine Medikamente in Bern abholen, und die wenigen verbleibenden Tage lohnten sich nicht mehr für einen weiteren grösseren Abstecher.
Wie auch immer – lange wird es wohl nicht dauern, bis es wieder losgeht. Ihr kennt mich ja inzwischen. Solange in Europa noch Frieden herrscht – und dank Trump scheint das leider nicht mehr ganz so selbstverständlich zu sein wie noch vor einigen Jahren – sollte man jede Gelegenheit nutzen, um die Welt zu entdecken. Irgendwann werden wir alle genug Zeit haben, zu Hause zu sitzen. Bis dahin gibt es noch viel zu sehen.
Kopenhagen mit Drohne
Am 15. Mai ging es dann weiter rauf von Trondheim nach Bodø. Einen kleinen Teil der Strecke – die ersten knapp zwei Stunden – musste man mit einem Ersatzbus zurücklegen, da auf der Bahnlinie Bauarbeiten durchgeführt wurden. Aber alles war erstaunlich gut organisiert. Ein komfortabler neuer Bus stand bereit und war nur etwa zur Hälfte besetzt. In Steinkjer stieg man dann wieder in den Zug um, der einen in rund acht Stunden nach Bodø brachte.
Bodø selber ist eine eher moderne Stadt. Eine wirkliche Altstadt gibt es nicht, dafür die typischen nordischen, farbigen Holzhäuser, die trotzdem ihren ganz eigenen Charme haben. Bereits am 17. Mai ging es weiter – diesmal erneut mit dem Bus, denn zwischen Bodø und Narvik existiert bis heute keine Bahnverbindung.
Im Gegensatz zum letzten Mal hatte ich diesmal in Narvik – abgesehen von einem einzigen Tag – ausgesprochen schönes Wetter. Blauer Himmel, angenehm warm, obwohl rundherum die Berge noch voller Schnee sind. Genau dieser Kontrast macht Skandinavien irgendwie faszinierend.
Das Spezielle hier oben sind aber vor allem die extrem langen Tage. Das beginnt schon weiter südlich in Stockholm, aber in Narvik gibt es zu dieser Jahreszeit praktisch keine Nacht mehr. Die Sonne geht zwar ungefähr um 23:00 Uhr unter, verschwindet aber nur ganz knapp hinter dem Horizont. Dadurch bleibt es die ganze Nacht dämmrig hell – etwa so wie bei uns an einem eher grauen, bewölkten Nachmittag. Gegen 02:00 Uhr morgens geht die Sonne bereits wieder auf. Wenn dann zusätzlich noch schönes Wetter herrscht, hat das schon fast etwas Surreales.
Zusätzlich hatte ich während mehr als zwei Tagen ein wirklich tolles Auto, was dort oben enorm hilfreich ist. Dadurch konnte ich die Umgebung ein wenig erforschen. Die ganz spektakulären Orte sieht man natürlich auch so nicht wirklich. Dafür müsste man schon wandern, Offroad unterwegs sein oder mindestens einen Jeep haben.
Interessant ist auch, wie extrem elektrisch Skandinavien inzwischen geworden ist. Sowohl in Trondheim als auch in Narvik bekam ich praktisch neue Mietwagen – selbstverständlich vollelektrisch. Man sieht dort fast nur noch E-Autos. Jemand erzählte mir sogar, dass im Jahr 2025 in ganz Norwegen angeblich nur gerade 96 neue Dieselautos verkauft wurden. Ob die Zahl exakt stimmt, weiss ich nicht, aber sie würde erstaunlich gut zum Eindruck passen, den man dort bekommt. Praktisch jede Tankstelle verfügt inzwischen auch über mehrere Schnellladestationen.
Am 20. Mai ging es dann mit dem Nachtzug zurück – von Narvik über Boden nach Stockholm. Ich hatte wieder einmal Glück und bekam die Kabine für mich alleine. Das macht eine solche Reise natürlich massiv angenehmer.
Aktuell bin ich im 'Generator Hostel' in Stockholm und überlege mir, wie es weitergehen soll. Morgen, am 21. Mai, läuft mein Interrail-Pass offiziell aus. Ich habe mir allerdings bereits wieder einen neuen gekauft – erneut drei Monate, 1. Klasse. Alles andere lohnt sich für mich schlicht nicht mehr. Umgerechnet kostet mich dieser Pass etwa 15 Franken pro Tag. Der Preisunterschied zu einem kürzeren Pass ist erstaunlich klein. Für einen 15-Tage-Pass bezahlt man fast 500 Franken – da wirkt die grosse Variante fast schon wie eine kleine Win-win-Situation für Dauerreisende.
Drohne nördlichste Zugstation
Am 11. Mai ging es wieder los. Eigentlich wollte ich ja mit dem Schlafwagen rauf nach Narvik fahren. Ich hatte bereits die Zugreservation, ein Hotel in Narvik für drei Nächte und ein Auto für ebenfalls drei Tage gebucht. Am Abend des 9. Mai liess ich mir das Ganze nochmals durch den Kopf gehen und merkte plötzlich, dass es mir eigentlich ziemlich stinkt, schon wieder nach Narvik hochzufahren.
Das Problem: Ich hatte bereits alles bezahlt und reserviert. Insgesamt ging es um fast 500 Franken – definitiv zu viel, um das Ganze einfach nonchalant in den Sand zu setzen. Also begann ich, die Lage etwas diplomatischer abzuklären. Zuerst beim Autovermieter. Und siehe da: Bis 48 Stunden vor Übernahme konnte man kostenlos stornieren und bekam das gesamte Geld zurück. Überraschung Nummer eins.
Auch beim Hotel hatte ich Glück – was eher die Ausnahme als die Regel ist. Ich konnte den Aufenthalt ebenfalls annullieren und erhielt alles zurückerstattet. Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, bekam ich sogar die Reservation des Schlafwagens zurück. Das komplette Narvik-Abenteuer war somit vorerst gecancelt.
Stattdessen reservierte ich die Strecke Stockholm–Göteborg–Oslo und fuhr am 11. Mai los. Unterwegs entschied ich spontan, nicht schon wieder stellvertretend nach Bergen zu fahren, sondern weiter hinauf nach Trondheim. Dort war ich noch nie gewesen und bekam sogar noch einen Schlafwagenplatz.
In Oslo übernachtete ich im Citybox. Ein Hotel mit unzähligen Einzel- und Doppelzimmern, absolut neu und beinahe klinisch sauber. Keine Reception, kein Personal – nur Self-Check-in an Automaten im Eingangsbereich. Irgendwie fühlt man sich dort gleichzeitig futuristisch und leicht überflüssig. Citybox gibt es übrigens auch in Stockholm und Tallinn, wo ich bereits früher einmal abgestiegen war.
Am Morgen des 12. Mai kam ich um 06:50 Uhr in Trondheim an. Direkt am Bahnhof reservierte ich gleich die Fortsetzung der Reise: eine zehnstündige Zugfahrt von Trondheim nach Bodø. Bodø liegt bereits deutlich oberhalb des Polarkreises. Von dort geht es dann nochmals fünf Stunden mit dem Bus weiter nach Narvik.
Mit anderen Worten: Ich werde am Ende also doch wieder in Narvik landen – aber wenigstens über eine Strecke, die ich noch nicht kenne. Die Verbindung Trondheim–Bodø gilt übrigens als eine der schönsten Eisenbahnstrecken Norwegens. Das machte die Sache plötzlich wieder deutlich attraktiver.
In Trondheim hatte ich für fast zwei Tage ein wirklich hervorragendes Auto. Hier in Norwegen – und vermutlich generell in Skandinavien – scheinen praktisch alle Mietwagen elektrisch zu sein. Mir soll’s recht sein. Die Dinger fahren leise, kraftvoll und erinnern einen permanent daran, dass man selber langsam älter wird als die Technik um einen herum.
Morgen früh um 07:30 Uhr geht es bereits wieder weiter. Am 21. Mai läuft mein Interrail-Pass aus. Wahrscheinlich werde ich mir erneut einen kaufen müssen. Ich weiss allerdings noch nicht, ob wieder einen für drei Monate oder eher einen kürzeren. Das Problem dabei: Ein Pass für nur einen Monat kostet fast 700 Franken – gerade einmal etwa 400 Franken weniger als der Pass für ganze drei Monate. Die Preislogik von Interrail scheint manchmal ähnlich mysteriös zu sein wie norwegisches Wetter oder deutsche Bahnreservationen.
Am 5. Mai ging es weiter hinauf nach Tallinn, der Hauptstadt von Estland und zugleich dem nördlichsten der baltischen Staaten. Tallinn ist für mich eindeutig die schönste der drei baltischen Hauptstädte. Danach kommt Riga und an letzter Stelle Vilnius. Auch Estland selbst ist landschaftlich wunderschön – mit unzähligen Seen, die stark an Finnland erinnern, sowie langen, oft völlig menschenleeren Stränden an der Ostsee.
In Tallinn hatte ich ein Zimmer in einem neueren Gebäude direkt am Hafen. Zum Schiff waren es zu Fuss gerade einmal fünf Minuten und in die Altstadt gelangte man mit dem E-Scooter in etwa drei Minuten. Der Nachteil dieser historischen Altstädte sind allerdings die alten Kopfsteinpflaster-Strassen, auf denen das Fahren mit E-Scootern praktisch unmöglich ist.
Wie bereits in Riga und Vilnius blieb ich auch in Tallinn insgesamt knapp zwei Tage: der Tag der Ankunft, danach ein voller Tag in der Stadt und schliesslich der Tag der Weiterreise. Am 7. Mai um 18 Uhr ging es mit dem Schiff weiter in Richtung Stockholm – einer rund 17-stündigen Überfahrt. Ich hatte eine Einzelkabine gebucht und dank meines Interrail-Passes erhielt ich 20 % Rabatt. Bezahlt habe ich schliesslich 145 Franken.
Den Übergang vom 7. auf den 8. Mai – also meinen Geburtstag – erlebte ich mitten auf dem Schiff. Ich glaube, letztes Jahr war es ganz ähnlich, damals allerdings auf einer Fähre irgendwo in Griechenland.
Kurz vor der Ankunft in Stockholm fragte mich ein Schwede, ob ich sein Auto vom Schiff herunterfahren könne, da er am Vorabend offenbar deutlich zu viel getrunken hatte. Obwohl ich ebenfalls etwas Alkohol konsumiert hatte, war ich am nächsten Morgen längst wieder völlig fit – ganz im Gegensatz zu ihm. Natürlich sagte ich zu. Da ich ohnehin zuerst noch kurz beim Hauptbahnhof von Stockholm vorbeiwollte, konnte ich das Auto gleich direkt in die Stadt fahren. Dort wurde der Kollege dann von seiner Frau abgeholt und auch ich war an meinem Ziel angekommen. Eine schöne Win-win-Situation
Nun stellte sich wieder die Frage, wie die Reise weitergehen sollte: entweder von Stockholm weiter nach Oslo oder nochmals ganz hinauf nach Narvik im hohen Norden. Ich habe mich erneut für Narvik entschieden und fahre nun übermorgen Abend mit dem Nachtzug – diesmal in einem Dreierabteil – wieder Richtung Nordnorwegen.
Im Gegensatz zu meinem letzten Aufenthalt dort konnte ich diesmal in Narvik für drei Tage ein Auto mieten. Dadurch habe ich endlich die Möglichkeit, die spektakuläre Landschaft mit ihren gewaltigen Fjorden und den endlosen Weiten noch intensiver zu erkunden und richtig auf mich wirken zu lassen. Vielleicht finde ich ja meine Drohne! Eventuell lohnt sich eine Anfrage bei der Polizei ob was abgegeben wurde.
Am 30. April ging es wieder los. Zum, ich glaube, fünften Mal bestieg ich den Zug von Zürich nach Wien, an den auch direkte Wagen bis nach Budapest angehängt sind. In diesem Zusammenhang stellte ich fest, dass es tatsächlich auch NightJet-Verbindungen von Zürich nach Amsterdam sowie von Zürich nach Hamburg gibt. Gut zu wissen für das nächste Mal.
Diese NightJet-Züge sind, wie bereits früher erwähnt, die modernen Nachfolger der legendären Schlafwagenverbindungen, die es bis in die 70er-Jahre quer durch Europa gab, bevor sie aus heute kaum nachvollziehbaren Gründen fast vollständig verschwanden. Seit einigen Jahren erleben sie jedoch erfreulicherweise ein regelrechtes Revival. Wie ich hörte, ist sogar eine direkte Verbindung bis nach Kopenhagen geplant – und hoffentlich bald auch wieder eine bis nach Istanbul, einst berühmt als Orient-Express.
Leider waren keine Einzelabteile mehr verfügbar, sondern nur noch ein Viererabteil für 57 Euro. Die Wagen sind jedoch neu, komfortabel und erstaunlich angenehm gestaltet. Zudem teilte ich das Abteil mit sympathischen Leuten aus der Schweiz, was die Fahrt zusätzlich entspannter machte.
Am Morgen, gegen 07:30 Uhr, kam ich in Wien an. Konkrete Pläne hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine. Eine Möglichkeit wäre gewesen, direkt nach Prag weiterzufahren. Das hatte ich bereits etwa drei Mal gemacht, und Prag ist ohne Zweifel eine fantastische Stadt. Allerdings gab es auch eine direkte Verbindung nach Warschau. Zwar bedeutete das über drei Stunden Wartezeit, dennoch entschied ich mich spontan für diese Variante. Glücklicherweise konnte ich noch einen Platz in der ersten Klasse reservieren, und kurz vor 12 Uhr ging die Reise weiter. Die Fahrt nach Warschau dauerte etwas mehr als acht Stunden.
In Warschau angekommen – es war mein zweiter Besuch dort – ging ich direkt ins Hotel, das nur etwa zehn Minuten Fussweg vom Bahnhof entfernt lag. Noch am selben Abend schaute ich beim Billetschalter vorbei und erkundigte mich nach einer Weiterreise nach Vilnius. Ich hatte Glück und konnte bereits für den folgenden Tag eine Reservation ergattern.
Warschau ist für mich keine besonders faszinierende Stadt. Zwar gibt es einen kleinen Teil der Altstadt, den man sehr schön restauriert hat, insgesamt wirkt die Stadt jedoch eher nüchtern und wenig inspirierend. Sorry, Warschau. Wer sich allerdings aus historischen Gründen für die Stadt interessiert – etwa wegen des Warschauer Ghettos oder der bewegten Geschichte Polens – wird das vermutlich anders sehen.
Wie auch immer: Am 2. Mai fuhr ich weiter von Warschau nach Vilnius. Die Strecke führt über die Grenzstadt Mockava, wo man umsteigen muss. Der Grund dafür liegt in der unterschiedlichen Schienenbreite. In den baltischen Staaten verwendet man bis heute die alte russische Spurbreite, die breiter ist als die europäische. Spanien hatte früher ein ähnliches Problem, welches dort mit dem legendären Talgo-Express gelöst wurde – dessen Räder konnten den Abstand automatisch anpassen.
Es war inzwischen das dritte Mal, dass ich die baltischen Staaten bereiste. In Vilnius hatte ich eine Unterkunft direkt beim Bahnhof. Sie war zwar etwas schmuddelig – ein Zimmer mit vier Betten – doch die Gastgeber waren ausgesprochen nette Leute, insbesondere die Frau des Hauses. Ihr Mann hingegen arbeitete, wie ich später am Abend erfuhr, bei der Grenzpolizei … Zum Glück war er allerdings seit zwei Jahren pensioniert.
Ich blieb zwei Nächte in Vilnius und fuhr anschliessend weiter nach Riga – erneut eine Zugfahrt von rund sieben Stunden. Auch dort verbrachte ich zwei Nächte. Da ich die baltischen Staaten bereits früher besucht hatte, kannte ich mich inzwischen ein wenig aus und wusste bereits, welche Orte besonders sehenswert waren.
Problemlos konnte ich auch meine Drohne einsetzen und machte jeweils kurze Rundflüge über die Altstädte – ein grossartiger Weg, um die Atmosphäre dieser Städte aus einer völlig anderen Perspektive einzufangen.
Am 6. Mai ging es schliesslich weiter, ganz hinauf nach Tallinn. Weiter im nächsten Blog.
Vilnius mit Drohne
Riga mit Drohne
Nach einem dreitägigen Aufenthalt in Verdun war wieder einmal ein spontaner Entschluss gefragt. Gegen Ende April – so um den 28. herum – stand mein Besuch in Bern an, und bis dahin hatte ich noch drei bis vier Tage Zeit übrig. Zur Auswahl standen Luxemburg oder Brüssel, die beiden nächstgelegenen Ziele. Luxemburg hatte ich allerdings als eher wenig erwähnenswert in Erinnerung, also entschied ich mich kurzerhand für Brüssel.
Obwohl Brüssel gar nicht so weit von Verdun entfernt liegt, musste ich zweimal umsteigen – Verdun liegt zugtechnisch wirklich ziemlich am Arsch der Welt. In Brüssel angekommen, fuhr ich ausnahmsweise wieder einmal komplett in die falsche Richtung. Diesmal lag es aber nicht an mir, sondern an der Booking.com-App. Dort gibt es ja diesen praktischen Button, der einem – wenn er denn funktioniert – direkt zeigt, wie man zur gewünschten Adresse kommt. Genau das tat er diesmal allerdings nicht, und so landete ich irgendwo in einer völlig falschen Ecke der Stadt.
Nach diversen Telefonaten mit der Vermieterin meines Zimmers fand ich die Unterkunft dann doch noch. Der Eingang lag gerade einmal hundert Meter vom Hauptgebäude der EU entfernt – zentraler geht’s eigentlich kaum.
Die Vermieterin war eine junge Frau aus Kamerun. Sie arbeitet als System Engineer, hat offenbar einen ausgezeichneten Job und verdient vermutlich ziemlich gut, denn ihre Wohnung kostet über 3000 Euro Miete pro Monat. Fast schon schade war allerdings, dass jemand, der offenbar überhaupt kein Bedürfnis nach Einrichtung oder Atmosphäre hat, so eine Wohnung besitzt. Ein riesiges Wohnzimmer – und mitten drin lediglich ein kleiner runder Tisch. Sonst nichts. Alles leer. Wirklich schade.
Wie auch immer: Am nächsten Tag schaute ich mir nochmals den Grand-Place an – den weltberühmten, wunderschönen Platz mitten in Brüssel, umgeben von beeindruckenden historischen Gebäuden. Ein Ort, der definitiv seinen Ruf verdient.
Ich blieb nur einen einzigen vollen Tag in Brüssel und fuhr danach weiter nach Paris. Nach einer Nacht dort ging es schliesslich zurück in die Schweiz. Und das war’s dann auch schon wieder.
Irgendwie muss ich meinen Blog wohl etwas verändern – zumindest für die Art von Reisen, die ich aktuell mache. Immer wieder dasselbe zu schreiben, wird auf Dauer wirklich nicht besonders spannend. Vielleicht beschränke ich mich künftig einfach auf die Daten und Reiseziele und ergänze nur noch ein oder zwei kurze Zeilen als Zusammenfassung. Nur wenn wirklich etwas Erwähnenswertes passiert, werde ich ausführlicher schreiben. Mal schauen.
Da mein nächster Termin in Bern erst gegen den 28. April ansteht, habe ich noch ausreichend Zeit für einen weiteren kleinen Abstecher. Mein Interrail-Pass ist schliesslich noch bis zum 22. Mai gültig.
Bereits auf meiner letzten Reise hatte ich vor, nach Verdun zu fahren, um mir jene Orte anzusehen, an denen im Ersten Weltkrieg diese unfassbar grausamen Stellungskämpfe stattgefunden haben – Kämpfe, bei denen über 350'000 Soldaten ihr Leben verloren, ohne dass nennenswerte Geländegewinne erzielt werden konnten. Auch wurde dort erstmals Giftgas eingesetzt. Letztlich entschied ich mich damals jedoch spontan um und reiste stattdessen nach Dublin.
Nun habe ich diesen Plan endlich nachgeholt. Am 20. April bin ich aufgebrochen und – nach fünfmaligem Umsteigen – am Abend in Verdun angekommen. Untergebracht bin ich in einem kleinen Hotel, nur etwa 200 Meter vom Bahnhof entfernt. Für meinen Aufenthalt habe ich drei Nächte gebucht und mir am zweiten Tag ein Auto für zwei Tage gemietet.
Verdun präsentiert sich derzeit überraschend ruhig – nahezu kein Tourismus, eine fast schon kontemplative Atmosphäre. In der Hochsaison dürfte das wohl ganz anders aussehen. Das Wetter ist hervorragend, und ich habe bereits die wichtigsten Schauplätze besucht. Besonders eindrücklich – und zugleich erschütternd – ist, dass viele Orte noch immer von unzähligen Einschlagskratern übersät sind. Ganze Landstriche, vor allem in den Wäldern, die inzwischen wieder nachgewachsen sind (1918 gab es hier praktisch keine Vegetation mehr), bleiben weiterhin gesperrt. Der Boden ist noch immer mit Metallen kontaminiert, und es befinden sich nach wie vor zahlreiche menschliche Überreste darin, die nie geborgen wurden – es waren schlicht zu viele.
Die Drohne erweist sich dabei als äusserst hilfreiches Instrument, um einen besseren Überblick über diese weitläufigen und geschichtsträchtigen Areale zu gewinnen.
Morgen geht die Reise weiter – möglicherweise nach Luxemburg. Ganz entschieden habe ich mich allerdings noch nicht
Am 22. März ging es bereits wieder los – lange stillsitzen ist offenbar nicht meine Kernkompetenz. Der ursprüngliche Plan war, erneut ganz in den Süden bis nach Algeciras in Spanien zu reisen und eventuell wieder nach Marokko überzusetzen. Die Reservationen von Basel nach Paris und weiter nach Barcelona hatte ich bereits fix in der Tasche – es sah also ganz nach einem klassischen „bewährten Route“-Trip aus.
Ich verbrachte eine Nacht in Paris und bestieg am nächsten Tag den Zug Richtung Barcelona. Doch irgendwo unterwegs überkam mich ein spontaner Sinneswandel. Diese Strecke nach Algeciras hatte ich mittlerweile bestimmt schon fünfmal absolviert – und so langsam kennt man jede Kurve beim Vornamen. Also beschloss ich kurzerhand, etwas Neues zu wagen, und stieg in Nîmes aus. Dort übernachtete ich in einem überraschend guten und erfreulich günstigen Hotel, gerade einmal 30 Meter vom Bahnhof entfernt.
Am nächsten Morgen reservierte ich mir eine Weiterfahrt nach Bordeaux. Vor etwa 20 Jahren war ich schon einmal in der Region, damals wegen einer beeindruckenden Düne, von der aus man wunderbar Gleitschirm fliegen kann. Dieses Mal entschied ich mich jedoch bewusst gegen potenzielle Knochenbrüche und dafür, die Stadt Bordeaux selbst zu erkunden – ein Zeichen von Reife, würde ich sagen… oder zumindest von Vorsicht.
Am 25. März kam ich in Bordeaux an und blieb bis zum 27. Eine grosse, eindrucksvolle und ausgesprochen schöne Stadt. Aktuell fällt mir keine andere ein, die eine derart weitläufige und gleichzeitig so beeindruckende Altstadt zu bieten hat. Übernachtet habe ich im Ibis Budget – funktional, unkompliziert und genau das Richtige für mich.
Als ich in Bordeaux ankam war mein weiterer Reiseverlauf noch alles andere als klar. Eine Idee war, via Paris – da es keine direkte Nordverbindung gibt – nach Verdun zu reisen, um mir die historische Umgebung anzusehen. Dort tobte im Ersten Weltkrieg eine monatelange, verheerende Schlacht, bei der erstmals Giftgas eingesetzt wurde. Rund 350’000 Soldaten verloren dort ihr Leben, ohne dass eine Seite nennenswerte Gebietsgewinne erzielen konnte – ein düsteres Kapitel der Geschichte.
Doch wie so oft kam es anders. Stattdessen erinnerte ich mich daran, dass ich bereits einmal mit der Fähre von Dublin nach Cherbourg gefahren war. Also entschied ich mich, das Ganze einfach in umgekehrter Richtung zu wiederholen – warum auch nicht.
Am 29. März nahm ich die Fähre 'Irish Ferries' nach Dublin und buchte – ganz der Gewohnheit folgend – dasselbe Hostel wie beim letzten Mal, mitten in der Partymeile. Man bleibt sich ja treu.
Allerdings hielt ich es nur zweieinhalb Tage in Dublin aus. Der ursprüngliche Plan war, mit dem Zug nach Belfast weiterzureisen, von dort per Schiff nach Liverpool zu fahren und anschliessend über London den Heimweg anzutreten. Ein sauber durchgeplanter Trip – theoretisch.
Praktisch jedoch hatte ich plötzlich genug. Das Wetter spielte nicht wirklich mit, und irgendwie hatte ich das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben. Kein Wunder – ich bin mittlerweile seit rund drei Jahren quer durch Europa unterwegs und habe unzählige Orte besucht. Irgendwann stellt sich eben ein gewisser „Kenn-ich-schon“-Effekt ein.
Also machte ich kurzen Prozess: Am 31. März buchte ich mir spontan ein Flugticket mit Swiss für 175 Franken von Dublin nach Zürich und landete am 1. April wieder zuhause – ausnahmsweise ganz ohne Umwege.
Ich traue es mich kaum zu sagen, aber nach etwa vier Tagen zuhause begann es schon wieder zu kribbeln. Heute ist der 12. April, und ich bin tatsächlich noch hier – aber vermutlich nicht mehr lange. Der Weg ist eben doch das Ziel. Irgendwo scheint bei mir eine Schraube locker zu sein… aber immerhin sorgt genau diese dafür, dass es nie langweilig wird.😄
Nachdem mein nächster Arzttermin auf den 19. März angesetzt war, verblieben mir noch einige Tage zur freien Verfügung. Kurzerhand entschied ich mich für einen spontanen Kurzaufenthalt in Verona, das nur wenig nördlich von Firenze liegt. Am 15. März trat ich die Reise an. Die Zugfahrt nahm rund zweieinhalb Stunden in Anspruch, und gegen Abend erreichte ich schließlich Verona.
Den gesamten 16. März verbrachte ich vor Ort. Die Unterkunft lag zwar leicht über meinem vorgesehenen Budget, doch gelegentlicher Komfort darf durchaus sein. Die Stadt selbst erwies sich – wie so viele Orte mit erhaltener und teilweise liebevoll restaurierter Altstadt – als ein wahrer Genuss und lud zum entspannten Flanieren ein.
Ansonsten gibt es nichts Spektakuläres zu berichten. Weder habe ich etwas verloren oder vergessen, noch habe ich mich durch irgendeine tolpatschige Aktion hervorgetan – was durchaus bemerkenswert ist. Am 17. März trat ich schließlich die Rückreise an und fuhr via Mailand wieder nach Hause.
Bis und mit 9. März blieb ich auf Syros – ein Ort, der sich definitiv als gefährlich angenehm erwiesen hat. Man gewöhnt sich viel zu schnell daran. Am 10. März ging es dann wieder mit dem Schiff zurück nach Piräus und weiter nach Athen. Dort stieg ich erneut im „Athen Choice“ ab. Inzwischen bin ich dort offenbar so etwas wie Inventar oder zumindest Stammgast mit Wiedererkennungswert. Die Begrüssung lief ungefähr so: Schlüssel in die Hand gedrückt, ein kurzer Blick, und der Kommentar: „You know where the room is.“ Kein Check-in, kein Papierkram – quasi VIP-Expressverfahren. Und tatsächlich: Sie haben mir wieder genau dasselbe gute Zimmer gegeben. Loyalität zahlt sich offenbar aus.
Am nächsten Tag um 11 Uhr nahm ich ein Taxi zum Athener Busbahnhof, wo ich einen Bus nach Patras bestieg. Eine Zugverbindung von Piräus nach Patras existiert leider nicht – was ein wenig impliziert, dass man den Bus wohl oder übel akzeptieren muss. Die Fahrt dauerte rund drei Stunden, was für griechische Verhältnisse beinahe schon als effizient gilt.
In Patras ging es dann ohne grosse Pause direkt weiter zum New Port, von wo ich die Fähre nach Bari nahm. Kabinen waren bereits ausgebucht – bei einer 15-stündigen Überfahrt ein leicht suboptimales Detail. Also entschied ich mich für einen sogenannten „Airseat“. Ehrlich gesagt hatte ich keine klare Vorstellung, was das genau sein sollte. Aber er kostete nur 10 Euro mehr als Economy, und dank Interrail-Rabatt von 30 % zahlte ich insgesamt gerade einmal 40 Euro für die gesamte Überfahrt. Für 15 Stunden auf einem Schiff eigentlich ein ziemlich solides Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Airseat entpuppte sich dann als überraschend komfortabel. Man sitzt in einem abgedunkelten Raum, der stark an ein Kino erinnert, mit grossen, sehr bequemen Sesseln. Da noch keine Saison war, hatte ich praktisch vier Sitze für mich allein. Resultat: Ich konnte mich ausstrecken und hervorragend schlafen. Ein kleines Upgrade mit erstaunlich grosser Wirkung.
In Bari angekommen ging es gleich weiter. Um 12:30 Uhr nahm ich den Zug von Bari nach Rom – eine entspannte Fünf-Stunden-Fahrt quer durch Italien. In Rom blieb ich allerdings nur eine Nacht. Am nächsten Morgen ging es bereits weiter in Richtung Norden nach Florenz, eine italienische Stadt, die ich bisher tatsächlich noch nicht kannte – was angesichts meiner Reiserei fast schon erstaunlich ist.
Jetzt bin ich also in Florenz, und was ich am ersten Tag gesehen habe, ist schlicht sensationell. Diese Stadt hat eine unglaubliche Atmosphäre – Geschichte, Architektur, Kunst – alles wirkt fast ein bisschen surreal schön. Am zweiten Tag ging es früh raus weil die Altstadt während dem Tag obwohl aktuell nicht Saison ist doch recht voll ist mit Touristen. Wohl auch viele Italiener. Da ich dadurch recht viel der Stadt gesehen habe gehts bereits heute nochmals ein wenig weiter. Nach 18:00 Uhr hab ich eine Reservation mit dem Zug von Florenz nach Verona. Dann aber, am 17. März gehts definitiv kurz nach Hause.
Dort wartet dann wieder die Realität – inklusive Medikamente.
Am 7. März um 07:30 Uhr ging die Reise weiter – selbstverständlich wieder mit dem Schiff. Das Ziel war diesmal die vermutlich letzte Insel meiner Tour: Syros. Die Insel liegt etwa vier Stunden südlich von Piräus. Die Überfahrt dauerte allerdings deutlich länger, nämlich fast zehn Stunden. Der Grund dafür ist, dass das Schiff nicht direkt nach Syros fährt, sondern unterwegs noch sieben weitere Inseln ansteuert. Zuerst ging es weiter nach Süden, dann nach Osten, anschließend wieder nach Westen und danach erneut nordwärts – eine regelrechte Insel-Odyssee.
Leider handelte es sich um ein Schiff ohne Kabinen. Deshalb machte ich es mir kurzerhand auf einer Couch bequem. Glücklicherweise war das Schiff zu Beginn praktisch leer, sodass ich unendlich viel Platz hatte. Dadurch konnte ich einen Großteil der Reise tatsächlich verschlafen. Nur bei den jeweiligen Zwischenstopps ging ich kurz nach draußen. Da ich inzwischen jedoch bereits viele der Inseln kenne, gab es für mich nicht wirklich viel Neues zu entdecken.
Um 17:30 Uhr kam ich schließlich in Syros an. Schon während der Überfahrt hatte ich mir wieder eine hervorragende Unterkunft organisiert – für gerade einmal 40 Euro pro Nacht. Die Unterkunft ist großartig: komplett neu, sehr stilvoll eingerichtet und meiner Meinung nach absolut fünf Sterne wert. Der Vermieter konnte mir sogar direkt noch ein Auto vermieten. Alles lief wieder einmal wie am Schnürchen – effizient und völlig unkompliziert. Ich werde zwei Tage hier bleiben und am 10. März wieder zurück nach Piräus fahren.
Syros ist mit deutlichem Abstand die schönste Insel, die ich auf dieser Reise bisher gesehen habe. Mykonos kommt für mich an zweiter Stelle. In Mykonos ist praktisch alles weiß – was natürlich seinen ganz eigenen Charme hat. Hier auf Syros hingegen sind die Häuser überwiegend pastellfarben, und die Stadt ist zudem deutlich größer als auf Mykonos. Wenn mich also jemand fragt – und das passiert tatsächlich ständig –, welche Insel mir am besten gefallen hat, lautet die Antwort eindeutig: Syros.
Die Drohne konnte ich am ersten Tag allerdings nicht benutzen. Der Wind war einfach zu stark, mit Böen von über 50 km/h – eindeutig zu viel für meine Drohne.
Am 3. März ging mein persönliches Island-Hopping-Abenteuer in die nächste Runde. Am Morgen um 09:00 Uhr legte mein Schiff von Paros nach Serifos ab – eine rund zweistündige Überfahrt, die gefühlt schneller vergeht als ein Espresso in einer italienischen Bar. Und ich kann mich nur wiederholen: blauer Himmel, angenehme Temperaturen und T-Shirt-Wetter. Für Anfang März fast schon unverschämt perfektes Wetter.
In Serifos dann wieder das mittlerweile bewährte Prozedere: Auto organisieren und zur Unterkunft fahren. Wobei „organisieren“ diesmal ein kleines Abenteuer für sich war. Es ist nämlich fantastisch, zu dieser Jahreszeit auf den griechischen Inseln zu reisen. Ich habe unglaubliches Glück mit dem Wetter und – noch viel besser – die Inseln praktisch für mich allein. Touristen? Fehlanzeige. Absolute Ruhe.
Der kleine Haken an der Sache: fast alles hat geschlossen. In dieser Zeit wird hier offenbar alles gleichzeitig renoviert, repariert oder neu asphaltiert. Baustellen überall. Sämtliche rent-a-car Büros geschlossen, und sogar die ATM-Automaten – die ich zum Glück ohnehin selten brauche – sind außer Betrieb. Ein perfektes Beispiel für mediterrane Gelassenheit: Wenn etwas zu ist, dann eben richtig.
Hier kommt einem allerdings die legendäre griechische Gastfreundschaft zugute. Ich fragte einfach jemanden, ob es vielleicht doch noch irgendeine Möglichkeit gäbe, ein Auto zu bekommen. Ohne Auto wäre ich ganz sicher nicht jeweils zwei Tage auf einer Insel geblieben – Busse fahren um diese Zeit nämlich auch nicht, und ohne Auto wüsste ich ehrlich gesagt nicht, wie man hier die Inseln wirklich erkunden soll.
Also habe ich – wie gewohnt – die Insel erkundet und wieder eine großartige Unterkunft genossen.
Am 5. März ging es bereits weiter. Natürlich wieder mit dem Schiff (wie sonst auf einer Inselreise). Von Serifos nach Milos, eine Insel weiter südlich. Dort dann wieder das inzwischen vertraute Ritual: Auto finden, Insel erkunden, schöne Unterkunft beziehen.
Viel mehr kann ich tatsächlich gar nicht berichten, denn alles läuft erstaunlich reibungslos. Man könnte sagen: Es funktioniert wie am berühmten Schnürchen.
Am 7. März geht es dann weiter zur letzten Insel meiner kleinen Rundreise: Siros. Die habe ich letztes Jahr nur ganz kurz gesehen, bei einem nächtlichen Zwischenstopp auf einer Fähre auf dem Weg zurück nach Piräus. Damals war es mitten in der Nacht – aber der Anblick war verführerisch.
Voraussichtlich am 9. März fahre ich dann zurück nach Piräus und von dort weiter über Patras und Bari, anschließend über Rom wieder zurück in die Heimat.
Es wird diesmal zwar nur ein Kurzbesuch zu Hause, aber trotzdem: Nach so vielen Inseln, Fähren und improvisierten Mietautos fühlt sich auch die Heimat zwischendurch immer wieder ziemlich gut an.
Wie bereits erwähnt, bin ich am 27. Februar frühmorgens um 07:30 Uhr mit der Fähre von Piräus nach Naxos aufgebrochen – eine Überfahrt von gut fünfeinhalb Stunden. Nachdem ich nun endlich den Dreh raus hatte und das Ticket direkt am Schalter der Reederei kaufte statt über die App „Ferryhopper“, bekam ich dank meines Interrail-Passes die 30 % Ermässigung. Das fühlte sich fast wie ein kleiner Sieg an. Also gönnte ich mir eine Kabine – und glitt entsprechend entspannt übers Meer.
In Naxos erwarteten mich erneut ein makellos blauer Himmel und diese milde, beinahe trügerische Wärme, die den Februar vergessen lässt. Gleich am Hafen mietete ich ein kleines Auto. Auch die Unterkunft war wieder ein Glücksgriff: ein schönes Apartment, ruhig gelegen. Um diese Jahreszeit ist die Insel fast menschenleer. Keine Touristenströme, kein Lärm – nur Weite. Vieles ist deutlich günstiger als in der Hochsaison, zumindest Mietwagen und Unterkünfte. Beim Einkaufen hingegen holt einen die Realität schnell ein: preislich kaum ein Unterschied zur Schweiz.
Ich hatte beinahe zwei volle Tage Zeit und nutzte sie, um die Insel kreuz und quer zu durchstreifen. Mit dem Auto liess sich fast jeder Winkel erreichen. Auch die Drohne kam oft zum Einsatz. Nur der Wind verlangte Respekt. Vor allem, wenn er Richtung Meer blies, wurde es heikel. Überschritt er die maximale Geschwindigkeit der Drohne – etwa 40 km/h –, blieb sie am Boden. Denn wird sie hinausgetragen aufs offene Wasser, gibt es kein Zurück. Adios Drohne. Eine habe ich bereits verloren. Diese Lektion sitzt.
Am 29. Februar ging es weiter – wieder mit dem Schiff, diesmal nach Paros. Nur eine Stunde entfernt, und doch eine neue Insel, eine neue Stimmung.
Auf Paros wiederholte sich vieles auf vertraute Weise: Auto mieten, ein wunderbares Apartment beziehen, losziehen, entdecken. Zwei Drohnenflüge gelangen mir. Ansonsten blieb es ruhig, fast unspektakulär – aber auf eine gute Art. Nicht jede Etappe einer Reise braucht ein Highlight. Manchmal genügt das Unterwegssein selbst.
Morgen geht es weiter nach Serifos. Danach vermutlich noch Sifnos, bevor ich schliesslich nach Piräus zurückkehre. Aber davon erzähle ich im nächsten Blog.