Mir fehlt ein Tag. Ich suche ihn nun schon seit einer Stunde in der ich diesen Eintrag hier mache aber ich weiss zum Teufel nicht wo der geblieben ist. Am 14. Juni bin ich von Bukarest nach Brașov gefahren und habe dann dort einmal übernachtet. In meiner Zeitachse auf dem Iphone sehe ich aber dass ich auch den ganzen 15. Juni in Brașov war da es erst am 16. weitergegangen ist. Ich kann mich aber nicht erinnern rsp bin mir absolut sicher dass ich nicht zwei Nächte in Brașov übernachtet habe. Langsam bekomme ich Angst 😅
Am 16. Juni frühmorgens ging es weiter. Für diesen Tag hatte ich mir einiges vorgenommen. Ich hatte sowohl von ChatGPT als auch von mehreren Leuten in Bukarest den Tipp erhalten, unbedingt die Transfăgărășan zu befahren. Das ist eine Strasse, die über das höchste Gebirge Rumäniens führt und als eine der spektakulärsten Passstrassen Europas gilt.
Von Brașov aus führt die Strecke zunächst rund 80 Kilometer nach Westen, bevor man südlich auf die Transfăgărășan abbiegt. Die eigentliche Passstrasse durch die Berge ist etwa 60 Kilometer lang. Zuerst geht es auf über 2'000 Meter hinauf, bevor man das wunderschöne Hochplateau erreicht. Die Strasse ist jedes Jahr ungefähr sechs Monate geöffnet und sechs Monate wegen Schnee gesperrt. Ich hatte Glück, denn sie wurde genau am 12. Juni wieder für den Verkehr freigegeben.
Am besten vergleichen lässt sich die Strecke mit der alten Gotthard-Passstrasse. Man findet dieselbe kurvenreiche Linienführung, allerdings nicht für ein paar Kilometer, sondern über eine Distanz von rund 30 Kilometern. Nachdem ich mich an die vielen Kehren gewöhnt hatte, war ich zügig unterwegs – selbstverständlich immer sicher. Verkehr hatte es praktisch keinen. Nur ein paar Motorrad-Junkies waren unterwegs, die teilweise in einem Winkel durch die Kurven lagen, bei dem ich mich fragte, ob sie eigentlich noch Asphalt oder bereits Erdanziehungskräfte spüren. Das wäre definitiv nichts für mich.
Am nächsten Tag hatte ich übrigens leichte Muskelschmerzen in den Schultern. Nach 30 Kilometern praktisch ohne gerade Strecke merkt man plötzlich, dass Autofahren doch mehr ist als nur auf einem Sitz zu hocken. Am höchsten Punkt folgt ein Tunnel, und danach geht es auf der Südseite wieder talwärts.
Gegen 15:00 Uhr erreichte ich Pitești, wo ich bis zum nächsten Tag blieb. Ich hatte wieder eine kleine Wohnung gemietet, allerdings im fünften Stock – ohne Lift. Für diesen Unsinn bin ich inzwischen definitiv zu alt. In solchen Momenten muss ich immer an Susis Wohnung denken. Das wäre ebenfalls nichts für mich gewesen.
Am nächsten Morgen machte ich einen kleinen Abstecher nach Craiova, rund 110 Kilometer westlich von Pitești. Auch dort gibt es eine wunderschöne Altstadt. Da die Strassen, wie bereits erwähnt, ausgezeichnet sind, war die Fahrt dorthin und zurück überhaupt kein Problem. Danach übernachtete ich nochmals in Pitești. Dieses Mal hatte ich ein hervorragendes Zimmer in einem Hotel. Preis: 25 Euro pro Nacht. Alles bestens.
Morgen, am 18. Juni, fahre ich zurück nach Bukarest. Um 14:00 Uhr muss ich das Auto zurückgeben, und um 16:00 Uhr fährt mein Nachtzug über Budapest nach Wien.
Auf der Autobahn hat mich bei Tempo 130 noch ein Stein erwischt und einen kleinen Einschlag in der Frontscheibe hinterlassen. Zum Glück bin ich versichert. Wäre auch etwas ärgerlich gewesen, wenn die einzige bleibende Erinnerung an Rumänien eine Rechnung für eine neue Windschutzscheibe gewesen wäre.
Drohne über Transfăgărășan







