Bis und mit 9. März blieb ich auf Syros – ein Ort, der sich definitiv als gefährlich angenehm erwiesen hat. Man gewöhnt sich viel zu schnell daran. Am 10. März ging es dann wieder mit dem Schiff zurück nach Piräus und weiter nach Athen. Dort stieg ich erneut im „Athen Choice“ ab. Inzwischen bin ich dort offenbar so etwas wie Inventar oder zumindest Stammgast mit Wiedererkennungswert. Die Begrüssung lief ungefähr so: Schlüssel in die Hand gedrückt, ein kurzer Blick, und der Kommentar: „You know where the room is.“ Kein Check-in, kein Papierkram – quasi VIP-Expressverfahren. Und tatsächlich: Sie haben mir wieder genau dasselbe gute Zimmer gegeben. Loyalität zahlt sich offenbar aus.
Am nächsten Tag um 11 Uhr nahm ich ein Taxi zum Athener Busbahnhof, wo ich einen Bus nach Patras bestieg. Eine Zugverbindung von Piräus nach Patras existiert leider nicht – was ein wenig impliziert, dass man den Bus wohl oder übel akzeptieren muss. Die Fahrt dauerte rund drei Stunden, was für griechische Verhältnisse beinahe schon als effizient gilt.
In Patras ging es dann ohne grosse Pause direkt weiter zum New Port, von wo ich die Fähre nach Bari nahm. Kabinen waren bereits ausgebucht – bei einer 15-stündigen Überfahrt ein leicht suboptimales Detail. Also entschied ich mich für einen sogenannten „Airseat“. Ehrlich gesagt hatte ich keine klare Vorstellung, was das genau sein sollte. Aber er kostete nur 10 Euro mehr als Economy, und dank Interrail-Rabatt von 30 % zahlte ich insgesamt gerade einmal 40 Euro für die gesamte Überfahrt. Für 15 Stunden auf einem Schiff eigentlich ein ziemlich solides Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Airseat entpuppte sich dann als überraschend komfortabel. Man sitzt in einem abgedunkelten Raum, der stark an ein Kino erinnert, mit grossen, sehr bequemen Sesseln. Da noch keine Saison war, hatte ich praktisch vier Sitze für mich allein. Resultat: Ich konnte mich ausstrecken und hervorragend schlafen. Ein kleines Upgrade mit erstaunlich grosser Wirkung.
In Bari angekommen ging es gleich weiter. Um 12:30 Uhr nahm ich den Zug von Bari nach Rom – eine entspannte Fünf-Stunden-Fahrt quer durch Italien. In Rom blieb ich allerdings nur eine Nacht. Am nächsten Morgen ging es bereits weiter in Richtung Norden nach Florenz, eine italienische Stadt, die ich bisher tatsächlich noch nicht kannte – was angesichts meiner Reiserei fast schon erstaunlich ist.
Jetzt bin ich also in Florenz, und was ich am ersten Tag gesehen habe, ist schlicht sensationell. Diese Stadt hat eine unglaubliche Atmosphäre – Geschichte, Architektur, Kunst – alles wirkt fast ein bisschen surreal schön. Am zweiten Tag ging es früh raus weil die Altstadt während dem Tag obwohl aktuell nicht Saison ist doch recht voll ist mit Touristen. Wohl auch viele Italiener. Da ich dadurch recht viel der Stadt gesehen habe gehts bereits heute nochmals ein wenig weiter. Nach 18:00 Uhr hab ich eine Reservation mit dem Zug von Florenz nach Verona. Dann aber, am 17. März gehts definitiv kurz nach Hause.
Dort wartet dann wieder die Realität – inklusive Medikamente.











