Sonntag, 15. März 2026

Athen, Bari, Rom, Florenz

Bis und mit 9. März blieb ich auf Syrosein Ort, der sich definitiv als gefährlich angenehm erwiesen hat. Man gewöhnt sich viel zu schnell daran. Am 10. März ging es dann wieder mit dem Schiff zurück nach Piräus und weiter nach Athen. Dort stieg ich erneut im Athen Choice“ ab. Inzwischen bin ich dort offenbar so etwas wie Inventar oder zumindest Stammgast mit Wiedererkennungswert. Die Begrüssung lief ungefähr so: Schlüssel in die Hand gedrückt, ein kurzer Blick, und der Kommentar: You know where the room is.“ Kein Check-in, kein Papierkram – quasi VIP-Expressverfahren. Und tatsächlich: Sie haben mir wieder genau dasselbe gute Zimmer gegeben. Loyalität zahlt sich offenbar aus.

Am nächsten Tag um 11 Uhr nahm ich ein Taxi zum Athener Busbahnhof, wo ich einen Bus nach Patras bestieg. Eine Zugverbindung von Piräus nach Patras existiert leider nicht – was ein wenig impliziert, dass man den Bus wohl oder übel akzeptieren muss. Die Fahrt dauerte rund drei Stunden, was für griechische Verhältnisse beinahe schon als effizient gilt.

In Patras ging es dann ohne grosse Pause direkt weiter zum New Port, von wo ich die Fähre nach Bari nahm. Kabinen waren bereits ausgebucht – bei einer 15-stündigen Überfahrt ein leicht suboptimales Detail. Also entschied ich mich für einen sogenannten Airseat“. Ehrlich gesagt hatte ich keine klare Vorstellung, was das genau sein sollte. Aber er kostete nur 10 Euro mehr als Economy, und dank Interrail-Rabatt von 30 % zahlte ich insgesamt gerade einmal 40 Euro für die gesamte Überfahrt. Für 15 Stunden auf einem Schiff eigentlich ein ziemlich solides Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Airseat entpuppte sich dann als überraschend komfortabel. Man sitzt in einem abgedunkelten Raum, der stark an ein Kino erinnert, mit grossen, sehr bequemen Sesseln. Da noch keine Saison war, hatte ich praktisch vier Sitze für mich allein. Resultat: Ich konnte mich ausstrecken und hervorragend schlafen. Ein kleines Upgrade mit erstaunlich grosser Wirkung.

In Bari angekommen ging es gleich weiter. Um 12:30 Uhr nahm ich den Zug von Bari nach Romeine entspannte Fünf-Stunden-Fahrt quer durch Italien. In Rom blieb ich allerdings nur eine Nacht. Am nächsten Morgen ging es bereits weiter in Richtung Norden nach Florenz, eine italienische Stadt, die ich bisher tatsächlich noch nicht kannte – was angesichts meiner Reiserei fast schon erstaunlich ist.

Jetzt bin ich also in Florenz, und was ich am ersten Tag gesehen habe, ist schlicht sensationell. Diese Stadt hat eine unglaubliche Atmosphäre – Geschichte, Architektur, Kunst – alles wirkt fast ein bisschen surreal schön. Am zweiten Tag ging es früh raus weil die Altstadt während dem Tag obwohl aktuell nicht Saison ist doch recht voll ist mit Touristen. Wohl auch viele Italiener. Da ich dadurch recht viel der Stadt gesehen habe gehts bereits heute nochmals ein wenig weiter. Nach 18:00 Uhr hab ich eine Reservation mit dem Zug von Florenz nach Verona. Dann aber, am 17. März gehts definitiv kurz nach Hause.

Dort wartet dann wieder die Realität – inklusive Medikamente.


 

 








Sonntag, 8. März 2026

Syros

Am 7. März um 07:30 Uhr ging die Reise weiter – selbstverständlich wieder mit dem Schiff. Das Ziel war diesmal die vermutlich letzte Insel meiner Tour: Syros. Die Insel liegt etwa vier Stunden südlich von Piräus. Die Überfahrt dauerte allerdings deutlich länger, nämlich fast zehn Stunden. Der Grund dafür ist, dass das Schiff nicht direkt nach Syros fährt, sondern unterwegs noch sieben weitere Inseln ansteuert. Zuerst ging es weiter nach Süden, dann nach Osten, anschließend wieder nach Westen und danach erneut nordwärts – eine regelrechte Insel-Odyssee.

Leider handelte es sich um ein Schiff ohne Kabinen. Deshalb machte ich es mir kurzerhand auf einer Couch bequem. Glücklicherweise war das Schiff zu Beginn praktisch leer, sodass ich unendlich viel Platz hatte. Dadurch konnte ich einen Großteil der Reise tatsächlich verschlafen. Nur bei den jeweiligen Zwischenstopps ging ich kurz nach draußen. Da ich inzwischen jedoch bereits viele der Inseln kenne, gab es für mich nicht wirklich viel Neues zu entdecken.

Um 17:30 Uhr kam ich schließlich in Syros an. Schon während der Überfahrt hatte ich mir wieder eine hervorragende Unterkunft organisiert – für gerade einmal 40 Euro pro Nacht. Die Unterkunft ist großartig: komplett neu, sehr stilvoll eingerichtet und meiner Meinung nach absolut fünf Sterne wert. Der Vermieter konnte mir sogar direkt noch ein Auto vermieten. Alles lief wieder einmal wie am Schnürchen – effizient und völlig unkompliziert. Ich werde zwei Tage hier bleiben und am 10. März wieder zurück nach Piräus fahren.

Syros ist mit deutlichem Abstand die schönste Insel, die ich auf dieser Reise bisher gesehen habe. Mykonos kommt für mich an zweiter Stelle. In Mykonos ist praktisch alles weiß – was natürlich seinen ganz eigenen Charme hat. Hier auf Syros hingegen sind die Häuser überwiegend pastellfarben, und die Stadt ist zudem deutlich größer als auf Mykonos. Wenn mich also jemand fragt – und das passiert tatsächlich ständig –, welche Insel mir am besten gefallen hat, lautet die Antwort eindeutig: Syros.

Die Drohne konnte ich am ersten Tag allerdings nicht benutzen. Der Wind war einfach zu stark, mit Böen von über 50 km/h – eindeutig zu viel für meine Drohne.



Donnerstag, 5. März 2026

Serifos und Milos

Am 3. März ging mein persönliches Island-Hopping-Abenteuer in die nächste Runde. Am Morgen um 09:00 Uhr legte mein Schiff von Paros nach Serifos ab – eine rund zweistündige Überfahrt, die gefühlt schneller vergeht als ein Espresso in einer italienischen Bar. Und ich kann mich nur wiederholen: blauer Himmel, angenehme Temperaturen und T-Shirt-Wetter. Für Anfang März fast schon unverschämt perfektes Wetter.

In Serifos dann wieder das mittlerweile bewährte Prozedere: Auto organisieren und zur Unterkunft fahren. Wobei „organisieren“ diesmal ein kleines Abenteuer für sich war. Es ist nämlich fantastisch, zu dieser Jahreszeit auf den griechischen Inseln zu reisen. Ich habe unglaubliches Glück mit dem Wetter und – noch viel besser – die Inseln praktisch für mich allein. Touristen? Fehlanzeige. Absolute Ruhe.

Der kleine Haken an der Sache: fast alles hat geschlossen. In dieser Zeit wird hier offenbar alles gleichzeitig renoviert, repariert oder neu asphaltiert. Baustellen überall. Sämtliche rent-a-car Büros geschlossen, und sogar die ATM-Automaten – die ich zum Glück ohnehin selten brauche – sind außer Betrieb. Ein perfektes Beispiel für mediterrane Gelassenheit: Wenn etwas zu ist, dann eben richtig.

Hier kommt einem allerdings die legendäre griechische Gastfreundschaft zugute. Ich fragte einfach jemanden, ob es vielleicht doch noch irgendeine Möglichkeit gäbe, ein Auto zu bekommen. Ohne Auto wäre ich ganz sicher nicht jeweils zwei Tage auf einer Insel geblieben – Busse fahren um diese Zeit nämlich auch nicht, und ohne Auto wüsste ich ehrlich gesagt nicht, wie man hier die Inseln wirklich erkunden soll.

Der Mann telefonierte ein wenig herum, fand schließlich einen Kollegen – und dieser vermietete mir ganz offensichtlich sein eigenes Auto für zwei Tage. Preis: 50 Euro. Formalitäten: keine. Papierkram: null. Ausweis sehen: völlig unnötig. So stelle ich mir effiziente Bürokratie vor.

Also habe ich – wie gewohnt – die Insel erkundet und wieder eine großartige Unterkunft genossen.

Am 5. März ging es bereits weiter. Natürlich wieder mit dem Schiff (wie sonst auf einer Inselreise). Von Serifos nach Milos, eine Insel weiter südlich. Dort dann wieder das inzwischen vertraute Ritual: Auto finden, Insel erkunden, schöne Unterkunft beziehen.

Viel mehr kann ich tatsächlich gar nicht berichten, denn alles läuft erstaunlich reibungslos. Man könnte sagen: Es funktioniert wie am berühmten Schnürchen.

Am 7. März geht es dann weiter zur letzten Insel meiner kleinen Rundreise: Siros. Die habe ich letztes Jahr nur ganz kurz gesehen, bei einem nächtlichen Zwischenstopp auf einer Fähre auf dem Weg zurück nach Piräus. Damals war es mitten in der Nacht – aber der Anblick war verführerisch.

Voraussichtlich am 9. März fahre ich dann zurück nach Piräus und von dort weiter über Patras und Bari, anschließend über Rom wieder zurück in die Heimat.

Es wird diesmal zwar nur ein Kurzbesuch zu Hause, aber trotzdem: Nach so vielen Inseln, Fähren und improvisierten Mietautos fühlt sich auch die Heimat zwischendurch immer wieder ziemlich gut an.









Sonntag, 1. März 2026

Naxos und Paros

Wie bereits erwähnt, bin ich am 27. Februar frühmorgens um 07:30 Uhr mit der Fähre von Piräus nach Naxos aufgebrochen – eine Überfahrt von gut fünfeinhalb Stunden. Nachdem ich nun endlich den Dreh raus hatte und das Ticket direkt am Schalter der Reederei kaufte statt über die App „Ferryhopper“, bekam ich dank meines Interrail-Passes die 30 % Ermässigung. Das fühlte sich fast wie ein kleiner Sieg an. Also gönnte ich mir eine Kabine – und glitt entsprechend entspannt übers Meer.

In Naxos erwarteten mich erneut ein makellos blauer Himmel und diese milde, beinahe trügerische Wärme, die den Februar vergessen lässt. Gleich am Hafen mietete ich ein kleines Auto. Auch die Unterkunft war wieder ein Glücksgriff: ein schönes Apartment, ruhig gelegen. Um diese Jahreszeit ist die Insel fast menschenleer. Keine Touristenströme, kein Lärm – nur Weite. Vieles ist deutlich günstiger als in der Hochsaison, zumindest Mietwagen und Unterkünfte. Beim Einkaufen hingegen holt einen die Realität schnell ein: preislich kaum ein Unterschied zur Schweiz.

Ich hatte beinahe zwei volle Tage Zeit und nutzte sie, um die Insel kreuz und quer zu durchstreifen. Mit dem Auto liess sich fast jeder Winkel erreichen. Auch die Drohne kam oft zum Einsatz. Nur der Wind verlangte Respekt. Vor allem, wenn er Richtung Meer blies, wurde es heikel. Überschritt er die maximale Geschwindigkeit der Drohne – etwa 40 km/h –, blieb sie am Boden. Denn wird sie hinausgetragen aufs offene Wasser, gibt es kein Zurück. Adios Drohne. Eine habe ich bereits verloren. Diese Lektion sitzt.

Am 29. Februar ging es weiter – wieder mit dem Schiff, diesmal nach Paros. Nur eine Stunde entfernt, und doch eine neue Insel, eine neue Stimmung.

Auf Paros wiederholte sich vieles auf vertraute Weise: Auto mieten, ein wunderbares Apartment beziehen, losziehen, entdecken. Zwei Drohnenflüge gelangen mir. Ansonsten blieb es ruhig, fast unspektakulär – aber auf eine gute Art. Nicht jede Etappe einer Reise braucht ein Highlight. Manchmal genügt das Unterwegssein selbst.

Morgen geht es weiter nach Serifos. Danach vermutlich noch Sifnos, bevor ich schliesslich nach Piräus zurückkehre. Aber davon erzähle ich im nächsten Blog.









Budapest 2026

Wie schon erwähnt, bin ich am 8. Februar von Buenos Aires zurück in die Schweiz geflogen. Nach der Hitze in Südamerika fühlte sich das deutlich kühlere Zürich fast schon erfrischend an. Das Einzige, was genervt hat: der Dauerregen. Die ersten Tage wurde ich quasi nonstop von grauem Himmel begleitet.

Am 12. Februar stand dann ein Termin im Spital an – die Besprechung meines 7-Tage-EKGs von etwa einem Monat zuvor. Zum Glück: alles tipptopp. Ehrlich gesagt hatte ich auch nichts anderes erwartet. Was mich allerdings komplett überrascht hat, war mein Blutdruck. Jahrelang hatte ich perfekte, teils sogar sehr tiefe Werte. So tief, dass mir beim schnellen Aufstehen öfter mal schwarz vor Augen wurde. Beide Werte lagen sonst deutlich unter 100. Diesmal: 170 zu 110. Autsch. Da wurde mir auch klar, woher diese seltsamen Momente kamen, in denen plötzlich der Puls hochschoss und mir schummrig wurde.

Tja – jetzt nehme ich halt ein Medikament. Und das wirkte schon ab dem zweiten Tag erstaunlich gut. Blutdruck wieder normal, Problem gelöst. Patient tot. 😉

Der Dauerregen und mein eigenes Nichtstun haben dann ziemlich schnell den nächsten Reiseimpuls ausgelöst. Japan wäre zwar spannend gewesen, ist um diese Jahreszeit aber noch recht kalt. Also habe ich kurzerhand wieder einen Interrail-Pass für drei Monate gekauft – wie gehabt erste Klasse. Am 22. Februar ging’s wieder los.

Erste Etappe: Nightjet der ÖBB von Zürich via Wien nach Budapest. Ich habe mir eine Einzelkabine im Schlafwagen gegönnt – zwölf Stunden unterwegs, aber ziemlich entspannt. In Budapest angekommen: blauer Himmel und angenehme Temperaturen. Ich glaube, es war mein fünfter Besuch dort. Und diesmal war’s richtig gut. Das war nicht immer so. Ich hatte ein schönes Apartment direkt neben dem Parlament und habe mir endlich all die Dinge angeschaut, die ich bei früheren Besuchen verpasst hatte.

Am 25. Februar wollte ich eigentlich mit dem Zug nach Sofia weiter und von dort mit dem Bus nach Thessaloniki. Am Abend davor habe ich den Plan aber gekippt. Die Züge in Bulgarien und Rumänien gehören zu den unerquicklichsten, die ich in Europa erlebt habe. Drei Umstiege bis Sofia, einer davon mitten in der Nacht mit über drei Stunden Wartezeit. Insgesamt etwa 22 Stunden. Und danach noch mal rund 12 Stunden Bus. Nein danke. Zumal Sofia bisher ohnehin nie zu meinen Lieblingsorten gehört hat.

Also Plan B: spontan ein Flugticket für rund 200 Franken gebucht und am 25. Februar direkt von Budapest nach Athen geflogen. In Athen bin ich – ich glaube zum vierten Mal – wieder im Hotel Athens Choice gelandet. Am 26. ging’s zur Akropolis, wo ich zum ersten Mal meine Drohne steigen ließ. Das Video lade ich noch auf YouTube hoch.

Am 27. Februar habe ich dann die Fähre ab Piräus genommen und bin rüber nach Naxos gefahren. Mehr dazu im nächsten Blog.



Paris, Nimes, Bordeaux, Cherbourg, Dublin

Am 22. März ging es bereits wieder los – lange stillsitzen ist offenbar nicht meine Kernkompetenz. Der ursprüngliche Plan war, erneut ganz i...