Am 5. Mai ging es weiter hinauf nach Tallinn, der Hauptstadt von Estland und zugleich dem nördlichsten der baltischen Staaten. Tallinn ist für mich eindeutig die schönste der drei baltischen Hauptstädte. Danach kommt Riga und an letzter Stelle Vilnius. Auch Estland selbst ist landschaftlich wunderschön – mit unzähligen Seen, die stark an Finnland erinnern, sowie langen, oft völlig menschenleeren Stränden an der Ostsee.
In Tallinn hatte ich ein Zimmer in einem neueren Gebäude direkt am Hafen. Zum Schiff waren es zu Fuss gerade einmal fünf Minuten und in die Altstadt gelangte man mit dem E-Scooter in etwa drei Minuten. Der Nachteil dieser historischen Altstädte sind allerdings die alten Kopfsteinpflaster-Strassen, auf denen das Fahren mit E-Scootern praktisch unmöglich ist.
Wie bereits in Riga und Vilnius blieb ich auch in Tallinn insgesamt knapp zwei Tage: der Tag der Ankunft, danach ein voller Tag in der Stadt und schliesslich der Tag der Weiterreise. Am 7. Mai um 18 Uhr ging es mit dem Schiff weiter in Richtung Stockholm – einer rund 17-stündigen Überfahrt. Ich hatte eine Einzelkabine gebucht und dank meines Interrail-Passes erhielt ich 20 % Rabatt. Bezahlt habe ich schliesslich 145 Franken.
Den Übergang vom 7. auf den 8. Mai – also meinen Geburtstag – erlebte ich mitten auf dem Schiff. Ich glaube, letztes Jahr war es ganz ähnlich, damals allerdings auf einer Fähre irgendwo in Griechenland.
Kurz vor der Ankunft in Stockholm fragte mich ein Schwede, ob ich sein Auto vom Schiff herunterfahren könne, da er am Vorabend offenbar deutlich zu viel getrunken hatte. Obwohl ich ebenfalls etwas Alkohol konsumiert hatte, war ich am nächsten Morgen längst wieder völlig fit – ganz im Gegensatz zu ihm. Natürlich sagte ich zu. Da ich ohnehin zuerst noch kurz beim Hauptbahnhof von Stockholm vorbeiwollte, konnte ich das Auto gleich direkt in die Stadt fahren. Dort wurde der Kollege dann von seiner Frau abgeholt und auch ich war an meinem Ziel angekommen. Eine schöne Win-win-Situation
Nun stellte sich wieder die Frage, wie die Reise weitergehen sollte: entweder von Stockholm weiter nach Oslo oder nochmals ganz hinauf nach Narvik im hohen Norden. Ich habe mich erneut für Narvik entschieden und fahre nun übermorgen Abend mit dem Nachtzug – diesmal in einem Dreierabteil – wieder Richtung Nordnorwegen.
Im Gegensatz zu meinem letzten Aufenthalt dort konnte ich diesmal in Narvik für drei Tage ein Auto mieten. Dadurch habe ich endlich die Möglichkeit, die spektakuläre Landschaft mit ihren gewaltigen Fjorden und den endlosen Weiten noch intensiver zu erkunden und richtig auf mich wirken zu lassen. Vielleicht finde ich ja meine Drohne! Eventuell lohnt sich eine Anfrage bei der Polizei ob was abgegeben wurde.
