Montag, 15. Juni 2026

Budapest & Bukarest

Nach einigen Tagen zuhause ging es wieder los. Diesen Satz habe ich inzwischen vermutlich schon hundert Mal geschrieben. Langsam muss ich mir wirklich etwas Originelleres einfallen lassen. Vielleicht so etwas wie: „Meine Arschbacken begannen vom ewigen Herumsitzen zuhause zu protestieren, weshalb dringender Handlungsbedarf bestand.“

Wie auch immer. Zum ebenfalls sicher fünften Mal – und damit meine ich nicht diesen Satz, sondern tatsächlich die Zugfahrt – bestieg ich am 8. Juni den Nightjet von Zürich über Wien nach Budapest. Ich hatte einen Platz in einem Zweierabteil reserviert, aber wie so oft war mir das Glück hold und mein Mitreisender erschien nicht. Somit hatte ich das Abteil wieder ganz für mich alleine.

Am 9. Juni kam ich um 09:45 Uhr bei strahlendem Sonnenschein in Budapest an. Ich hatte ein kleines Zimmer gebucht, musste aber leider feststellen, dass „klein“ in diesem Fall eine ziemlich kreative Umschreibung war. Gesehen hatte ich das Zimmer zwar noch nicht, aber bereits am Bahnhof entdeckte ich bei der Routenplanung ein Foto davon. Das genügte, um leichte Panik auszulösen. Ich rief den Vermieter an und erklärte ihm die Situation. Eine sehr freundliche Frau meldete sich und meinte lachend, dass sie mit meinem Anruf eigentlich schon gerechnet habe.

Zum Glück konnte sie mir eine Alternative zum gleichen Preis anbieten – 25 Franken pro Nacht. Es handelte sich zwar nicht um ein Einzelzimmer, sondern um ein Vierbettzimmer, dafür war dieses riesig und befand sich in einem wunderschönen alten Gebäude. In jeder Ecke stand ein Bett, und zwischen den einzelnen Betten lagen gefühlt fünf Meter Abstand. Schlussendlich waren wir sogar nur zu zweit im Zimmer, und nachts war es himmlisch ruhig. Besser hätte es kaum sein können.

Den 10. Juni verbrachte ich in Budapest und schaute mir noch einige Orte an, die ich bisher noch nicht besucht hatte. Die Stadt gefällt mir mit jedem Besuch besser, insbesondere bei schönem Wetter. Das war bei meinem ersten und teilweise auch beim zweiten Besuch noch ganz anders. Im Vergleich zu Städten wie Prag gibt es zwar noch viele historische Gebäude, die dringend renoviert werden müssten, aber das wird mit der Zeit sicher geschehen. Budapest ist eine riesige Stadt, und die Sanierung unzähliger Altbauten kostet selbstverständlich ein Vermögen.

Natürlich schaute ich auch beim Bahnhof vorbei und reservierte meinen Platz im Nachtzug von Budapest nach Bukarest.

Am 11. Juni ging es dann um 16:00 Uhr weiter. Wieder in einem Zweierabteil. Diesmal hatte ich tatsächlich einen Mitreisenden, aber es war ein angenehmer Typ und die Fahrt verlief völlig problemlos.

Am 12. Juni kam ich in Bukarest an. Der erste Eindruck war ehrlich gesagt eher durchzogen, was allerdings hauptsächlich am Wetter lag. Es regnete, und viele Städte wirken bei Regen nun einmal etwas trostloser. Dafür hatte ich ein schönes Zimmer in einem prächtigen alten Haus gemietet.

Am nächsten Morgen zeigte sich Bukarest dann von einer völlig anderen Seite. Knallblauer Himmel, sommerliche Temperaturen und strahlender Sonnenschein. Meine Unterkunft lag direkt an der Calea Victoriei, der wohl schönsten Strasse der Stadt, die mich ein wenig an die Gran Vía in Madrid erinnerte.

Den Rest des Tages sowie den folgenden Tag verbrachte ich damit, Bukarest zu erkunden. Die Stadt hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch hier gibt es noch viele historische Gebäude, die auf eine Renovation warten. Immerhin existieren inzwischen in vielen osteuropäischen Städten Gesetze, die verhindern sollen, dass alte Häuser einfach abgerissen werden.

Allerdings wurde mir erzählt, dass der Immobilienmarkt teilweise auch von eher fragwürdigen Gestalten beeinflusst wird. Wenn jemand ein altes Gebäude unbedingt loswerden möchte, kommt es offenbar gelegentlich vor, dass dieses ganz plötzlich und völlig unerwartet Feuer fängt. Äusserst bedauerlich natürlich. Dumm gelaufen. Kann man nichts machen.

Am 13. Juni übernahm ich schliesslich meinen Mietwagen, den ich bis zum 18. Juni um 14:00 Uhr behalten werde.

Am 14. Juni morgens um 07:00 Uhr ging es dann los. ChatGPT hatte mir eine Route zusammengestellt, mit der ich in der verfügbaren Zeit möglichst viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Rumäniens besuchen kann.

Die Route lautet:

Bukarest – Schloss Peleș – Schloss Bran – Brașov – Sighișoara – Sibiu – Transfăgărășan – Bâlea-See – Bukarest

Die Transfăgărășan ist wie man sagt eine der schönsten Strassen mindestens in Europa. Bin gespannt darauf. Hier etwas das ich in YouTube gefunden habe. Die Strasse ist immer im Winterhalbjahr gesperrt. Ich habe Glück. Dieses Jahr wurde sie am 12. Juni geöffnet. Video der Transfăgărășan

Weiteres folgt dann unterwegs.


 


 

 

 


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