Donnerstag, 14. Mai 2026

Oslo & Trondheim

Am 11. Mai ging es wieder los. Eigentlich wollte ich ja mit dem Schlafwagen rauf nach Narvik fahren. Ich hatte bereits die Zugreservation, ein Hotel in Narvik für drei Nächte und ein Auto für ebenfalls drei Tage gebucht. Am Abend des 9. Mai liess ich mir das Ganze nochmals durch den Kopf gehen und merkte plötzlich, dass es mir eigentlich ziemlich stinkt, schon wieder nach Narvik hochzufahren.

Das Problem: Ich hatte bereits alles bezahlt und reserviert. Insgesamt ging es um fast 500 Franken – definitiv zu viel, um das Ganze einfach nonchalant in den Sand zu setzen. Also begann ich, die Lage etwas diplomatischer abzuklären. Zuerst beim Autovermieter. Und siehe da: Bis 48 Stunden vor Übernahme konnte man kostenlos stornieren und bekam das gesamte Geld zurück. Überraschung Nummer eins.

Auch beim Hotel hatte ich Glück – was eher die Ausnahme als die Regel ist. Ich konnte den Aufenthalt ebenfalls annullieren und erhielt alles zurückerstattet. Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, bekam ich sogar die Reservation des Schlafwagens zurück. Das komplette Narvik-Abenteuer war somit vorerst gecancelt.

Stattdessen reservierte ich die Strecke Stockholm–Göteborg–Oslo und fuhr am 11. Mai los. Unterwegs entschied ich spontan, nicht schon wieder stellvertretend nach Bergen zu fahren, sondern weiter hinauf nach Trondheim. Dort war ich noch nie gewesen und bekam sogar noch einen Schlafwagenplatz.

In Oslo übernachtete ich im Citybox. Ein Hotel mit unzähligen Einzel- und Doppelzimmern, absolut neu und beinahe klinisch sauber. Keine Reception, kein Personal – nur Self-Check-in an Automaten im Eingangsbereich. Irgendwie fühlt man sich dort gleichzeitig futuristisch und leicht überflüssig. Citybox gibt es übrigens auch in Stockholm und Tallinn, wo ich bereits früher einmal abgestiegen war.

Am Morgen des 12. Mai kam ich um 06:50 Uhr in Trondheim an. Direkt am Bahnhof reservierte ich gleich die Fortsetzung der Reise: eine zehnstündige Zugfahrt von Trondheim nach Bodø. Bodø liegt bereits deutlich oberhalb des Polarkreises. Von dort geht es dann nochmals fünf Stunden mit dem Bus weiter nach Narvik.

Mit anderen Worten: Ich werde am Ende also doch wieder in Narvik landen – aber wenigstens über eine Strecke, die ich noch nicht kenne. Die Verbindung Trondheim–Bodø gilt übrigens als eine der schönsten Eisenbahnstrecken Norwegens. Das machte die Sache plötzlich wieder deutlich attraktiver.

In Trondheim hatte ich für fast zwei Tage ein wirklich hervorragendes Auto. Hier in Norwegen – und vermutlich generell in Skandinavien – scheinen praktisch alle Mietwagen elektrisch zu sein. Mir soll’s recht sein. Die Dinger fahren leise, kraftvoll und erinnern einen permanent daran, dass man selber langsam älter wird als die Technik um einen herum.

Morgen früh um 07:30 Uhr geht es bereits wieder weiter. Am 21. Mai läuft mein Interrail-Pass aus. Wahrscheinlich werde ich mir erneut einen kaufen müssen. Ich weiss allerdings noch nicht, ob wieder einen für drei Monate oder eher einen kürzeren. Das Problem dabei: Ein Pass für nur einen Monat kostet fast 700 Franken – gerade einmal etwa 400 Franken weniger als der Pass für ganze drei Monate. Die Preislogik von Interrail scheint manchmal ähnlich mysteriös zu sein wie norwegisches Wetter oder deutsche Bahnreservationen.




Keine Kommentare:

Oslo & Trondheim

Am 11. Mai ging es wieder los. Eigentlich wollte ich ja mit dem Schlafwagen rauf nach Narvik fahren. Ich hatte bereits die Zugreservation, e...