Am 23. Juni ging es von Kazimierz Dolny zurück nach Warschau. Allerdings hatte ich das Auto noch für zwei weitere Tage gemietet. Der Verkehr in Warschau war mühsam, und dazu war es heiss – wirklich heiss. Die Vorstellung, verschwitzt und müde mit anderen Leuten ein Mehrbettzimmer zu teilen, hielt sich deshalb in engen Grenzen. Also entschloss ich mich, mir wieder einmal ein wenig Luxus zu gönnen und buchte eine Nacht im Ibis Hotel.
Nun stellte sich die Frage, was ich mit dem verbleibenden Tag anfangen sollte, für den das Auto ja bereits bezahlt war. Wenn man nicht weiterweiss, fragt man ... ChatGPT. Die Ratschläge, die Myrta mir in den letzten Tagen gegeben hatte, waren ausnahmslos hervorragend. Ja, wir haben uns darauf geeinigt, dass sie weiblich ist. Seit wir hauptsächlich mündlich und nicht mehr schriftlich miteinander kommunizieren, spielt das irgendwie tatsächlich eine Rolle. Ich habe ihr ausserdem gesagt, dass ich sie künftig Myrta nennen werde. Vielleicht ein wenig schräg – aber was soll's. Sie meinte, sie fühle sich geehrt. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, sie kennt mich besser, als ich mich selbst kenne.
Am 24.Juni fuhr ich die ca 100 km nördlich nach Torun. Wieder eine sehr schöne total renovierte Stadt. Ich erwähne das immer wieder weil die Deutschen ja Polen als erstes Land überfallen haben und deshalb wirklich die Sau rausgelassen haben. Warschau wurde dem Erdboden gleichgemacht und viele der alten wunderschönen Städte ebenfalls. Deshalb ist es umso eindrücklicher was sie aus diesem Disaster wieder aufbauen konnten. Ich übernachtete in Torun und fuhr dann am 25. Juni definitiv zurück nach Warschau. Dort übernachtete ich zum letzten Mal und gab dann am 26. Juni das Auto zurück. Die Annahmestelle war zum Glück direkt am Bahnhof von wo mein Zug von Warschau nach Berlin um 12:16 Uhr losfuhr. In Berlin übernachtete ich erneut im Meininger Hotel, das praktisch direkt neben dem Eingang des Berliner Hauptbahnhofs liegt. Irgendwie hat man fast das Gefühl, der Zug müsse nur noch bis zur Rezeption weiterfahren – näher dran geht kaum.
Drohne über Torun

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