Am Sonntag, dem 21. Juni, um 10:00 Uhr holte ich auf dem Parkplatz oberhalb des Bahnhofs von Krakau meinen Mietwagen ab. Diesmal war es ein Renault Clio. Zum ersten Mal war es kein fabrikneues Auto, aber trotzdem völlig in Ordnung. Gemietet hatte ich den Wagen für fünf Tage.
Irgendwie hat es sich bei den letzten drei Automieten jeweils ergeben, dass ich das Auto an einem Sonntag übernehmen konnte. Das war reiner Zufall, ist aber ideal, denn ich hole die Fahrzeuge jeweils lieber in der Stadt als am Flughafen ab. Am Sonntagmorgen gehören die Strassen praktisch einem allein. Den Wagen werde ich in Warschau zurückgeben, weshalb ein Zuschlag von 60 Euro fällig wurde. Insgesamt kostete mich die Miete rund 260 Franken – inklusive einer Versicherung, die praktisch alles abdeckt.
Die erste Etappe führte mich von Krakau nach Sandomierz. Dieser Ort wurde mir von ChatGPT als besonders sehenswert empfohlen. Im Nachhinein kann ich das nur bestätigen. Wieder einmal erwartete mich eine wunderschöne, vollständig restaurierte Altstadt. Mitten darin hatte ich auch eine Unterkunft für eine Nacht gebucht.
Das einzige Problem war das Parkieren. Ich stellte das Auto kurz vor der Unterkunft ab, um mein Gepäck ins Zimmer zu bringen. Keine zwei Minuten später stand bereits ein Polizeiauto hinter meinem Wagen und wartete auf mich. Als ich kurz darauf wieder herauskam, wurde ich jedoch sehr freundlich behandelt. Die Polizisten sahen, dass ich tatsächlich dort wohnte, und nachdem ich erklärt hatte, dass ich sofort wieder wegfahren würde, war die Sache erledigt.
Nach einigen Runden durch die Altstadt fand ich schliesslich einen Parkplatz, auf dem ich das Auto bis zum nächsten Morgen stehen lassen konnte. Er lag nur etwa vier Gehminuten von meiner Unterkunft entfernt.
Danach begann die übliche Routine: Altstadt besichtigen, ein paar Fotos machen und in einem der zahlreichen Restaurants ein Bier trinken.
Am nächsten Morgen erwachte ich früh. Bereits um sechs Uhr packte ich die Drohne und ging hinaus. Ich war völlig allein auf den Strassen und hatte die ganze Altstadt praktisch für mich. So konnte ich die Drohne problemlos starten. Sofort stieg ich auf rund 100 Meter Höhe, sodass man sie kaum mehr hören konnte. Zum Glück verfügt sie über einen Zoom, sodass ich auch aus grösserer Entfernung noch schöne Nahaufnahmen machen konnte.
Anschliessend brachte ich die Drohne zurück ins Zimmer und machte mich erneut auf den Weg. Ich wollte nachsehen, wie es meinem Auto ging – und vor allem, wo es stand. Genau das stellte sich allerdings als Problem heraus.
Dummerweise hatte ich mir beim Parkieren nicht genau gemerkt, wo ich den Wagen abgestellt hatte. Schliesslich waren es ja nur vier Minuten bis zur Unterkunft gewesen. Also begann ich zu suchen. Ich lief kreuz und quer durch die Altstadt und fragte mich irgendwann ernsthaft, was ich nun tun sollte.
Beim Parkieren hatte ich ein Ticket gelöst und dabei an der Maschine mein Kennzeichen eingeben müssen. Vielleicht, dachte ich mir, hätte die Polizei die Möglichkeit, diese Daten abzurufen und anhand des Kennzeichens festzustellen, wo das Auto steht.
Bevor ich jedoch irgendwelche komplizierten Lösungen in Betracht ziehen musste, startete ich einen letzten Suchversuch. Und tatsächlich: Nach rund 30 Minuten fand ich den Wagen endlich wieder. Das war ein ausgesprochen gutes Gefühl.
Zwei Stunden später verliess ich Sandomierz und fuhr in Richtung Warschau – allerdings ohne ein konkretes Ziel vor Augen.
Wieder aufgrund eines Tipps von ChatGPT landete ich schliesslich in Kazimierz Dolny, etwa 100 Kilometer nördlich von Sandomierz und rund 100 Kilometer südlich von Warschau. Ein kleiner, gepflegter Ort direkt an der Weichsel.
Dort fand ich eine ausgezeichnete Unterkunft – erneut eine ganze Wohnung nur für mich allein. Ich streifte durch die Altstadt und ging relativ früh schlafen.
Aktuell ist es 07:00 Uhr, und in etwa einer Stunde werde ich wieder aufbrechen. Noch weiss ich nicht genau, wohin die Reise heute geht, aber wahrscheinlich fahre ich nach Warschau. Danach bleiben mir noch drei Tage im Norden Polens.
Drohne über Sandomierz

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