Montag, 22. April 2019

Zurück in Vientiane

Seit zwei Tagen bin ich zurück in Vientiane. Heute gab ich das Auto zurück und werde den letzten Tag wohl noch mit einer 125er oder einer Vespa rumkutschieren.

Heute hat es zum zweiten Mal kurz geregnet. Vor zwei Tagen, noch in 'Vang Vieng', gab es ein Gewitter mit ganz wenig Regen. Dafür ging in der Atmosphäre die Post ab. So viele Blitze zur selben Zeit hab ich noch nie erlebt. War wohl auch der grossen Hitze geschuldet die die Atmosphäre gewaltig aufgeladen hat.

Ich weiss nicht, ob es der erste oder zweite Blitz war der so einen extremen Knall generierte, dass ich wirklich erschrocken bin. Eine Autobombe dürfte kaum viel lauter sein. Alle parkierten Autos in der Strasse haben angefangen zu hupen und man hat es den Einheimischen angesehen, dass auch sie sich erschrocken haben. Warum die Autos angefangen haben zu hupen ist mir noch nicht ganz klar. Eigentlich geschieht das ja durch eine Erschütterung der Karosse. Vielleicht hat es auch was mit der elektrischen Aufladung der Luft zu tun. Wie auch immer. Ich bin nun in Vientiane und habe noch einen Tag zur Verfügung.

Am 24.April fliege ich dann mit 'Vietnam Airways' nach 'Pnom Penh' wo ich zwei Nächte verbringen werde. Dann geht es mit einem Bus runter nach 'Sihanoukville' und von dort mit einem Boot auf die Insel 'Koh Rong' wo ich voraussichtlich drei Tage bleiben werde. Traumhafter Strand und eine fast nicht bewohnte Insel.







Danach werde ich sicher noch zu den Tempelanlagen in 'Siem Reap' fahren. Leider wird das nicht so laufen wie geplant. Letztes Mal konnte ich mit einem Schnellboot direkt von 'Pnom Penh' nach 'Siem Reap' fahren. Diesmal wird das nicht gehen da der Fluss 'Tonle Sap' zuwenig Wasser hat. Sonst muss ich halt den Bus nehmen. Die Fahrt dauert nur 6 Stunden.
Dann bis später auf der Insel.

Donnerstag, 18. April 2019

Luang Prabang zurück nach Vang Vieng

Ich verspreche, dass ich das Thema zum letzten Mal anschneide. Aber die Hitze ist wirklich ein Problem. Ich hätte das beachten sollen denn in dieser Zeit des Jahres sind zumindest Laos und Kambodscha extrem heiss. Zwischen 1100 Uhr und ca 1700 Uhr macht es wenigstens für mich keine Freude länger nach draussen zu gehen. Zum Glück gibt es Netflix. Super, Mario fliegt in den fernen Osten und schaut dort Netflix, hätte er auch zuhause in Luzern machen können!
Als ich vor ca 12 Jahren das erste Mal in Laos war hat es zwar immer leicht geregnet, aber alles war schön grün und die Luft war eindeutig besser.

Aktuell ist alles braun und dunstig. Wie auch immer. Finden wir uns damit ab. Bis jetzt hab ich noch nichts gesehen was ein Oha-Gefühl ausgelöst hätte. Ich vergleiche immer wieder mit dem Westen der USA. So eindrückliche Landschaften wie dort hab ich bis jetzt noch nirgends gesehen. Aber ich habe ja hoffentlich noch ca 20 Jahre Zeit etwas gleichwertiges zu finden.

Nach zwei Nächten in Luang Prabang bin ich wieder zurück in Vang Vieng und werde morgen runter nach Vientiane fahren. Das Auto hab ich noch bis am 22. April. Mein Flug nach Kambodscha geht am 24. Schauen wir mal was ich bis dann noch machen werde.

Soeben komme ich von einem längeren Spaziergang in downtown 'Vang Vieng' zurück. Dabei kamen mir viele Dinge in den Sinn die ich auf meinen Reisen in den 70er/80er Jahren erlebt habe.
Irgendwie ist alles sehr brav geworden. Wer in den 70ern in Thailand oder Malaysia war weiss, was ich meine. Ich würde jedem jungen Mitmenschen raten die Welt vor dem 30. Lebensjahr ein erstes Mal zu bereisen. Mich dünkt, dass alles farbiger und abenteuerlicher war. Man hat sich natürlich auch auf Dinge eingelassen welche man wenn man älter ist nicht mehr unbedingt tut und dadurch engt man sich selber ein. Man wird bequem und hinterfragt viel. Das hat man in den jungen Jahren nicht getan.

Jetzt ist alles irgendwie selbstverständlich. Man hat 4 Kreditkarten in der Tasche, eine Reiseversicherung, ist Mitglied bei der Rega und sucht sich Hotels aus die einem gewissen Standard entsprechen. Zwei Sterne mindestens. Wenn ich daran denke wo ich früher überall übernachtet habe. Im Bahnhof irgendwo auf dem Boden, auf der Gepäckablage im Zug oder direkt am Strand ohne irgend etwas. Mir ist nie etwas passiert und das liegt nicht daran dass ich Risiken gemieden hätte. Ganz im Gegenteil. Ich hatte entweder einfach Glück oder ich mache irgend etwas richtig.


Dienstag, 16. April 2019

Luang Prabang

Nach einem Tag nichts tun in 'Vang Vieng' bin ich soeben nach 4 stündiger Fahrt in 'Luang Prabang' angekommen. Die Strasse war zu 90% ok, dafür waren die restlichen 10% ziemlich mies. Ganz unverhofft meist in unübersichtlichen Kurven riesen Löcher in der Fahrbahn. Ich hab's fertiggebracht nicht voll in eines reinzubrettern denn das hätten wahrscheinlich sogar meine grossen Reifen nicht schadlos überstanden.
Nach ungefähr 3/4 der Strecke kam ein ca 1600m hohes Gebirge. Dabei bemerkte ich, dass ich eine schwarze Auspuffwolke ausstiess. Ich hatte schon Angst dass mir mitten im Nirgendwo das Auto den Geist aufgeben würde. Sobald die extreme Steigung aber durch war wurden die Auspuffgase  wieder 'normal'. Ich habe keine Erfahrung mit Diesel-Motoren aber ich denke, dass da mal eine Wartung anstehen würde. In der Schweiz könnte man mit diesen Auspuffgasen wohl nicht lange rumfahren bevor man von der Polizei angehalten würde.
Was man hier überall sieht sind die vielen Brandrodungen und deren Folgen. Überall rutschen die Hänge ab. Nicht schön das zu sehen.

'Luang Prabang' war scheinbar bis Ende der 80er Jahre die Hauptstadt von Laos. Soll hier einiges zu sehen geben. Bis jetzt hab ich noch nicht sehr viel gesehen von dem es sich gelohnt hätte Fotos zu machen. Das liegt aber wie gesagt auch an der Hitze die alles in eine Dunstwolke hüllt.

Schauen wir mal was es hier in 'Luang Prabang' zu sehen gibt.


Sonntag, 14. April 2019

Vang Vieng

Die zweite Nacht im 'Best Western Hotel' Vientiane war laut. So laut, dass ich um 21:00 Uhr ein neues Zimmer bekommen habe das auf der anderen Seite des Hotels lag. Da ja wie in Laos und anderen buddhistischen Ländern Neujahr ist ging auf der Strasse die Post ab. Die Bässe der diversen Restaurants waren so extrem durchdringend dass alles vibrierte.

Im neuen Zimmer war es dann besser.  Am darauf folgenden Morgen bin ich losgefahren. Mir wurde noch nahegelegt die Fenstern des Autos zu schliessen (was ich bedingt durch die Hitze und wegen der Aircondition sowieso getan hätte). Grund war, dass am Tag nach Neujahr so ziemlich jeder Jugendliche eine riesige Wasserpistole oder gleich einen Kübel Wasser bei sich hat und jeden vollspritzt, der nicht schnell genug reagieren kann. Etwa so, wie bei uns an der Fastnacht, wenn man mit Konfetti beworfen wird.

Mit meinem Navigationsgerät hatte ich am Anfang Probleme. Ich hab rein gar nichts gefunden und denjenigen verflucht, der für die Logik dieser Garmin Geräte zuständig ist. Am Schluss hat es aber dann geklappt. Wenn man die Stadt 'Vang Vieng' suchen will, dann muss man 'M Vang Vieng' eingeben. Wenn man das Dorf 'Ang Nam Houm' sucht dann gibt man 'B Ang Nam Houm' ein. M steht für Stadt, B für Dorf (B = Bang).

Durch die enorme Hitze hier ist aktuell alles braun und es hat viel Staub in der Luft. Keine guten Bedingungen zum Fotografieren. Zudem springe ich momentan von einem airconditioned Spot zum nächsten und vermeide es, zu lange im Freien zu sein. Aber ich merke bereits Unterschiede zum ersten Tag. Scheinbar kann man sich an fast alles gewöhnen.

Das Autofahren hier ist keine grosse Sache. Rechtsverkehr wie bei uns. Die Strassen sind zumindest bis jetzt recht gut. Man fährt hier automatisch langsamer als bei uns (80 km/h fühlt sich bereits schnell an) da es viele Kinder, Moped's mit teilweise bis zu 5 Personen drauf und auch immer wieder Tiere auf der Strasse hat. In der Schweiz ist man in der Regel fast nie gezwungen jemanden zu überholen, ausser man hat einen extremen Sonntagsfahrer vor sich. Hier aber muss man das dauernd tun, egal ob in Kurven oder quer über zwei Gegenfahrspuren hinweg und auch unabhängig davon ob da eine ausgezogene Linie das Überholen eigentlich verbieten würde. Wenn man das aber nicht tut, dann kommt man nirgends hin weil der Unterschied zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Verkehrsteilnehmer ist zu gross.

Mein Auto (siehe Foto) ist ziemlich komfortabel ausgerüstet und bei einem Crash würde wahrscheinlich ich gewinnen.

Jetzt bin ich in einer schönen Unterkunft in 'Vang Vieng' ca 160 km nördlich von Vientiane auf dem Weg nach 'Luang Prabang'. Die haben hier einen schönen Swimmingpool den ich heute Nacht sicher benutzen werde.

Die Preise hier sind tief. Zwei kleine Dosen mit Nescafe kosten 1$. Eine Portion Pommes-Frites ebenfalls 1$. Für die aktuelle Unterkunft hier (toll, alles drin, sauber, Swimmingpool, Wifi, Parkplatz ufm) zahle ich 30$. Eine SIM-Data Karte für mein Handy mit 1.5Gb Volumen 5$.

Morgen bleib ich hier in 'Vang Vieng' und fahre dann am Dienstag weiter in Richtung Norden.



Samstag, 13. April 2019

Laos, Kambodscha, Vietnam 2019

Gleich vorneweg, ich bin seit gestern 12.April in Vientiane/Laos. Aber es ist einiges anders gelaufen als geplant.

Zuhause, am Donnerstag Abend 4.April bereitete ich mich auf meinen Abflug vor. Der sollte am nächsten Tag um 11:30 Uhr mit Singapore Airlines starten. Als ich dann aber die SBB App öffnete um die beste Zugverbindung nach Zürich Airport zu suchen meinte mein Iphone, dass es Freitag sei!!! Shit, ich hinkte doch tatsächlich die ganze Woche einen Tag hinterher was ja als Pensionär normalerweise nicht ein grosses Problem ist. Wenn man aber einen Flug gebucht hat ist es halt schon wichtig.

Einen Moment lang hat mich das natürlich schon ziemlich genervt und ich ging alles durch, das dadurch betroffen sein könnte. Es war aber eigentlich nichts Gravierendes ausser dass ich den Flug und somit Geld verloren habe und dass sich dadurch meine Reise um ein paar Tage verkürzen würde. Aber auch das war nicht weiter schlimm da ja die ganze Reise fast 8 Wochen dauern wird.
Ich ging also am nächsten Tag zu Globetrotter um zu retten was noch zu retten war. Das war leider nicht sehr viel. Bei einem sog. 'no show' ist Singapore relativ hart und man verliert automatisch auch den Rückflug. Somit kann ich mir 1040.- an's Bein streichen.
Ich hab dann einen anderen Flug gebucht. Da dieser frühestens 4 Tage nach dem ursprünglich geplanten stattfinden würde machte es keinen Sinn nach Bangkok zu fliegen und dann mit dem Auto ganz rauf in den Norden zu fahren. Es bliebe zu wenig Zeit und würde den Rest der Reise der spätestens ab Grenze Kambodscha durch die Gültigkeit der Visa diktiert wurde zeitlich in Frage stellen. Ich habe deshalb einen Flug direkt nach Vientiane/Laos gebucht wo ich am 12.April eintreffen würde. Der Flug war mit Thai International Airways und ging über Bangkok direkt nach Vientiane.

Soweit so gut. Ich bin gut in Vientiane angekommen. Dort erwartete mich ein Mietauto mit dem ich die nächsten 14 Tage rumreisen werde.
Als ich den Flugplatz verliess hat es mir fast den Atem genommen. Wer weiss wie heiss es in einer Sauna ist kann es ev nachempfinden. Gefühlte 50 Grad. Ich konnte es erst fast nicht fassen. So eine Temperatur hatte ich noch nie erlebt, nicht mal im heissesten Monat in Nicaragua. 38 Grad im Schatten. An der Sonne wahrscheinlich über 50. Leider schaue ich vor einer Reise nie auf die Temperatur sondern nur darauf, dass ich nicht in eine Monsunperiode komme. Offenbar sind meine zwei Wochen Laos die heissesten zwei Wochen im Jahr.

Heute 13. April ist hier Neujahr. Hab ich auch nicht gewusst. Wurde mir durch den heutigen Geräuschpegel bewusst. Extrem laute Musik aus jedem Lokal und die Leute sauffen sich in die Bewusstlosigkeit. Das ist nicht negativ gemeint. Andere Länder, andere Sitten oder?
Morgen will ich früh losfahren in Richtung 'Vang Vieng', vorbei an einem riesigen Stausee. Dies ist wohl der einzige See der Welt wo es Unterwasser-Holzfäller gibt. Als der Stausee geflutet wurde sind viele wertvolle Bäume darin versunken deren Holz man nun scheinbar raufholt. Wäre vor dem Stauen des Sees wohl einfacher gewesen.

Fotos gibt es noch keine. Ich bin aktuell im 'Best Western Hotel'. Direkt gegenüber einem Lokal namens 'Sticky Finger'.


Samstag, 27. Oktober 2018

Geschafft!

Es ist fast soweit. Auf Ende März 2019 lasse ich mich pensionieren. Viel an Vorbereitung ist schon gemacht. So wohne ich seit Oktober 2018 wieder in Luzern nach 43 Jahren Bern. Tolle Wohnung mitten in der Stadt die ich noch meinen Wünschen entsprechend anpasse. Luzern ist eine wirklich tolle Stadt und sie hat den Vorteil, dass meine KK 130.- p/Monat billiger ist und ich mit dem aktuellen Lohn hier mehr als 4000.- Fr weniger Steuern zahle. Der Arbeitsweg ist halt jetzt länger da ich immer noch in Bern arbeite. Aber man kommt mir super entgegen. Am Montag kann ich jeweils homeoffice machen.
Ich plane im März mein Auto zu verkaufen. Für die paar Kilometer die ich mache ist Garagenplatz usw einfach viel zu teuer. Dafür werde ich mir ein schnelles E-Bike zulegen. Damit bin ich hier schneller als mit dem Auto.
Und das wichtigste. Wenn alles wie geplant läuft werde ich die nächsten Jahre sowieso nur so 2-3 Monate in der CH sein und das restliche Jahr in der Welt rumreisen. 
Ich kann wirklich mehr als zufrieden sein mit meiner Situation. Ich werde diesen Blog so lange es geht mit hoffentlich guten Fotos und Text füllen. Und wenn Ihr dann mal lange nichts mehr hört dann stellt Euch die Situation so vor. Ein wunderschöner Sonnenuntergang, ein grosser Stein. Ich sitzend am Boden, Füsse im Wasser, mit dem Rücken an den Stein lehnend und mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Vielleicht findet man mich in einer Woche, vielleicht nie. Egal, mein Ich ist längst unterwegs im Universum, vielleicht für einen Neuanfang in einer andern Galaxy.

Dann bis im April 2019

Freitag, 15. Juni 2018

Über Ansan nach Seoul

Es ist nun die 4. und letzte Nacht die ich hier im Hotel ‚Days Inn‘ in Seoul verbringe. Im Nachhinein gesehen ist Seoul wohl der interessanteste Ort in ganz Süd-Korea.

Ich vergleiche oft mit Indien. In Indien lebt die Vergangenheit noch. Die ganze riesige Vielfalt der tausenden von Tempeln, Palästen, Schutzbauten usw ist einfach überall und das Leben findet mitten drin stat.

Hier in Korea ist das Leben so wie bei uns oder in den anderen sog. zivilisierten Ländern. Die Vergangenheit ist grösstenteils ausgelöscht. Man findet sie nur noch an gewissen Orten die man in jedem Reiseführer findet. Vielleicht vergleichbar mit dem ‚Ballenberg Swiss Open-Air Museum‘ bei uns, wo man besichtigen kann wie die Leute vor 200 Jahren gelebt haben. Gut, in der Schweiz haben wir doch noch an vielen Orten alte Stadtkerne. Siehe Bern oder etwa das kleinere Aarberg und natürlich auch Luzern. In Korea gibt es sowas nicht mehr. Das ist wohl auch dem Koreakrieg und vorher natürlich dem 2. Weltkrieg mit der Zerstörungswut der Japaner geschuldet. Auf der anderen Seite war ja Deutschland nach dem Krieg ebenfalls total zerstört, und doch findet man heute sehr viele schöne alte Dörfer und Städte, auch wenn es Nachbauten sind. Wir hatten ja in den 60er Jahren hier in der Schweiz auch diesen blödsinnigen Trend in dem man die Städte modernisieren wollte. Ich kenne selber das Beispiel Luzern wo wunderschöne Gebäude hässlichen 60er Jahre Bauten, die man damals noch total Zukunftsgläubig baute, weichen mussten. Heute sieht das aus wie offene Wunden. Bern war da wohl noch etwas vorausschauender.

Mein Hotel hier ist im Stadtteil ‚Gangnam‘. Falls der Name jemandem bekannt vorkommt, es ist der Ort wo dieser furchtbare Hit ‚Gangnam Style‘ herkommt. Musik und Tanz dazu sind wirklich das Letzte aber dieses Stück hat es in die internationalen Hitparaden geschafft, nur Gott alleine (und auf den berufe ich mich selten) weiss warum. Aber das muss ich leider zu einem Grossteil der heutigen Musik sagen. (Sorry, bin ein Kind der 70er mit Musik aus der  Vietnam-War Ära )

Hier im Hotel hab ich etwas Faszinierendes gesehen. Wenn man hier das Auto parkiert, dann fährt man auf eine runde blecherne Scheibe am Boden die so gross ist, dass ein Auto darauf Platz hat.. Dann steigt man aus und der Angestellte drückt einen Knopf. Das Auto wird automatisch in die richtige Richtung gedreht und in einen grossen Lift verschoben. Die Türe geht zu und das Auto wird automatisch mit dem Lift nach oben befördert. Bis hierher nichts aussergewöhnliches.  Was mich aber aus den Socken gehauen hat ist die Grösse dieser Anlage. Es haben 60 Autos Platz, also auf jeder Seite 30 Autos übereinander. Mein Zimmer ist im 14. Stock. Es kann also gut sein, dass mein Auto gleich nebenan in derselben Höhe parkiert ist. Das ist doch wirklich obergeil, oder etwa nicht?. Ich habe gefragt ob ich mal drinsitzen dürfe damit ich von oben Fotos machen könne, aber man hat es nicht erlaubt. Schade.

Morgen Samstag um 23:55 Uhr fliegt meine Maschine (Emirates A-380) ab nach Dubai und dann von dort 4 Stunden später weiter nach Zürich wo ich am Sonntag Nachmittag um ca. 15:30 Uhr eintreffen werden. Am Montag gehts dann wieder los bei der Arbeit. Dann nehme ich die letzten 2 Jahre in Angriff. Stichtag ist der 31. Juni 2020

Dies ist voraussichtlich der letzte Eintrag in diesem Jahr. Falls die Welt noch existiert geht es voraussichtlich im nächsten Jahr weiter.

Ich hab dieses Jahr zwar noch einen zweiten Zahnarztbesuch in Ungarn vor mir aber da werd ich wohl keine Lust haben was zu schreiben.

Man hört sich, wahrscheinlich im 2019



Sonntag, 10. Juni 2018

Von Busan über Geoje und Yeosu nach Mokpo

Nachdem ich in den letzten paar Tagen im untersten Süden von Busan ganz rechts nach Mokpo ganz links gereist bin geht es heute wieder in Richtung Norden nach Jeonju.

Ich muss nun definitiv sagen, dass ich Süd-Korea jetzt gesehen habe. Es gehört zu den Ländern die ich voraussichtlich kein zweites Mal besuchen werde.
Alles ist sauber, funktioniert bestens, die Gegend ist schön, viel Wald, perfekte Strassen usw. All dies hab ich aber auch in der Schweiz. Die Schweiz hat gegenüber Korea rein landschaftlich eindeutig mehr zu bieten.

Das einzige was hier klar bedeutend anders ist sind wie bereits erwähnt die Leute und ihre Freundlichkeit. Das mit dem Verbeugen hat schon was obwohl es manchmal übertrieben wird. Im Moment sind scheinbar irgendwelche Wahlen und man sieht überall Politiker mit Gruppen von jungen Wahlhelfern die an den Strassen stehen und den Autos tanzend zuwinken oder sich eben verbeugen. Die Verbeugung ist in Korea weniger ausgeprägt als in Japan. Dort verbeugt man sich wirklich tief während es hier etwas weniger ist. Wie auch immer. Es ist etwas das man wahrscheinlich sonst in dieser Art nirgends auf der Welt sieht.

Ansonsten erwähnenswert ist eine Austellung auf dem ehemaligen POW-Gelände (Prisoners of War) wo man die Nord-Koreanischen Soldaten während dem Korea Krieg untergebracht hat. War sehr eindrücklich und interessant. Die Kriegserfahrung ist speziell bei den älteren Leuten schon noch sehr aktuell. Was man hier zwar versteckt aber immer vorhanden spührt sind die nicht ganz positiven Gefühle gegenüber Japan. Japan hat Korea in den letzten paar Jahrhunderten mehrmals angegriffen und schlimme Massaker veranstaltet. Darin sind die Japaner ziemlich konstant. Sie haben ja auch im zweiten Weltkrieg und in den frühen 30er Jahren schlimm gewütet. Auch China hat so seine Erfahrungen mit den Japanern gemacht. Im Gegensatz zu Deutschland hat sich Japan nie richtig dafür bei den betroffenen entschuldigt und viele Japaner behaupten noch heute dass das alles fake ist.

Sonst hab ich nicht wirklich viel erwähnenswertes erlebt. Vielleicht gehört der Aufenthalt in einem Hotel in dem ich für 70$ eine riesige super 4-Zimmer Wohnung bekam dazu. Es hat mir so gefallen dass ich wegen der Wohnung gleich noch eine zweite Nacht gebucht habe.

Das Fahren hier ist wie gesagt sehr angenehm. Ich sagte ja, dass die Höchstgeschwindigkeit hier 100 auf Schnellstrassen und 80 auf den andern ist. Allerdings fahren die Koreaner fast alle bedeutend schneller. Ich hab nun auch raus wie sie das machen. Das Navi hier zeigt jede Stelle an, wo die Polizei Fotos macht. Auch die Stellen selber sind gut ausgeschildert. So kann man immer wenn eine kommt auf die angegebene Geschwindigkeit runter und danach dreht man wieder auf. Auch das Überfahren der Sicherheitslinie um zu überholen ist hier ein Volkssport dem ich mich natürlich spontan angeschlossen habe.
Im Gegensatz zur Schweiz (oder wohl der meisten Länder) ist die Polizei scheinbar nicht darauf aus die Leute beim zu schnellen Fahren zu erwischen und dafür zu kassieren sondern darauf, dass man generell nicht sehr lange zu schnell fahren kann. Alle 3-4 km ist so eine Kamera so dass wohl im Durchschnitt doch langsamer gefahren wird.


Montag, 4. Juni 2018

Busan nach Fukuoka und zurück

Wie angekündigt hab ich am 1.Juni das Schiff (Tragflügelboot) in Busan bestiegen und bin damit in 3.5 Stunden nach Fukuoka in Japan gefahren. Auf der Karte kann man sehen, dass sich dort Süd-Korea und Japan geografisch am Nächsten sind.

Ich hatte ja im Sinn, noch kurz mit dem Schnellzug (350km/h) für 2 Tage nach Tokyo zu fahren.
Dann hab ich mich aber dagegen entschieden weil das Ticket für hin ca 250.- kosten würde, hin und zurück also über 400.-. Um mit dem billigeren und viel langsameren Zug zu fahren war einfach zu wenig Zeit.
Somit blieb ich besagte 3 Tage in Fukuoka, einer 1.5 Millionen Einwohner Stadt, 5 mal so gross wie Zürich! Als ich bei der vermeintlichen Hotel-Reception war wurde mir gesagt dass dies nur die Reception sei und das Hotel resp Zimmer 2 Minuten von der  Reception entfernt läge. Ich dachte bei mir - super, sehr schöne Reception und danach dann lausige Zimmer. Dem war aber überhaupt nicht so. Diese Firma vermietet neben Zimmern auch ganze Appartments und zwar nicht nur Tage- sondern auch Wochen- oder Monate-lang.

Mein Zimmer hat Kühlschrank, Küche mit 1 Herdplatte und ein Badezimmer mit Dusche und auch Badewanne. Zudem ein brauchbares WLAN. Auch die Lage ist ideal. Alles sehr gut und sauber für 60.- pro Tag. Ich merke gerade, dass ich nicht absolut sicher bin mit der anzuwendenden Zeitform in so einem Blog, nein, sogar generell! Wenn ich sage, dass das Zimmer einen Kühlschrank hatte dann ist das zwar richtig oder? Es bedeutet aber auch, dass es nun keinen mehr hat! Warum? Wurde er gestohlen? Ist das Haus abgebrannt? Man sagt doch auch nicht, dass Emirates eine der besten Fluggesellschaften war sondern dass sie es ist (wenn sie es noch ist !) Also ist die richtige Antwort auch hier 53. Oder wieviel war es schon wieder? Die Antwort auf alle Fragen?

Die japanische Währung, der Yen, ist um den Faktor 10 grösser als die koreanische. Heisst: 1000 Yen sind 10 Sfr während 1000 Won nur 1 Sfr ist. Für 200 Sfr bekomme ich somit 200'000 Won oder 20'000 Yen.

Japan ist ein eher teures Land. Essen, Trinken usw sind wie bei uns. Elektronik auf der andern Seite ist extrem teuer. Ich verstehe nicht ganz wieso Geräte von Sony, Denon, Sanyo, LG usw teilweise das doppelte kosten wie in der teuren Schweiz. Dafür hab ich hier einen 8K TV gesehen und die erste TV Station fängt noch in diesem Jahr an in 8k zu senden. Ich war in einem Geschäft wo man Pick-ups für Plattenspieler auf Lager hat. Leider war mein schwarzes Ortofon nicht dabei. Es wäre preislich vergleichbar gewesen. Sollte wohl nicht sein.
Viele neue Stereo Endstufen haben wieder Analoge Pegel-Anzeigen. Plattenspieler gibt es ebenfalls viele hier im Verkauf. Nur Tonbandgeräte hab ich keine gesehen. Aus diesem Grund wollte ich eigentlich nach Tokyo. Aber ich habe ja bald vieeeeel Zeit😎
Die Japaner sind überaus freundlich. Obwohl das natürlich bei Touristen vielfach antrainiert ist gibt es einem doch ein Gefühl von respektvollem Umgang untereinander. Wenn man das mit einem Geschäft bei uns vergleicht dann sind die Unterschiede gewaltig. Und das liegt nicht nur an der überall praktizierten Verbeugung.
Es kann aber auch mühsam sein. Gestern war ich in einem Geschäft und hatte eine Frage. Der Angestellte wollte mir was zeigen, aber er kam nicht raus aus seinem Platz hinter dem Verkaufstresen. Denn dort stand ein Bankomat so ungünstig, dass wenn jemand Geld bezieht er ebendiesen Ausgang blockiert. Genau das war der Fall. Bei uns hätten wir, 'entschuldigen Sie, darf ich kurz vorbei' gesagt. Aber nicht in Japan. Der Verkäufer machte keinen Mux und musste warten (und damit natürlich auch ich) bis der andere nach dem dritten Versuch endlich sein Geld bekam.
Japaner werden schon als Kind auf sehr extreme Höflichkeitsregeln gedrillt. Was bei uns leider gar nicht mehr vermittelt wird übertreibt man in Japan gewaltig. Wenn dann diese unsichtbare Mauer mal Risse bekommt, dann ist die Reaktion umso heftiger.

Gestern war ich in einem sog. Shrine 

Schrein dient der Verehrung einer ein­hei­mischen Gottheit (kami). Das Wort „Schrein“, jap. (jinja), wurde gewählt, um Ver­ehrungs­stätten für kami von bud­dhis­tischen „Tempeln“, jap. (tera), zu unter­scheiden. Im engeren Sinn bezieht sich „Schrein“ auf ein ein­zel­nes Gebäude, meist be­zeich­net der Begriff aber eine „Schrein­anlage“, in der eine Vielzahl religiöser Gebäude zu finden sind.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Gyeongju to Busan

Gestern bin ich in Busan angekommen. Von Gyeongju kommend war das ein Weg von 254km. Wie üblich hier eine sehr angenehme Fahrt und fast kein Verkehr ausser ganz am Schluss in Busan selber. 

Auf dem Weg bin ich in eine Polizeikontrolle geraten und musste in ein Gerät blasen zwecks Alkoholtest. Da ich nichts drinke kein Problem. Das Lustige daran war, dass ich noch nie in meinem Leben einen Alkoholtest machen musste und ausgerechnet hier in Korea war es dann soweit.

In Gyongju war noch etwas das mir ein wenig Stress machte. Hotel, Auto usw bezahle ich alles mit den Kreditkarten. Für kleinere Dinge wie Essen usw bezahle ich aber bar. Ich hatte 300.- in koreanischem Geld aus der CH mitgenommen. Die waren am letzten Tag in Gyongju fast aufgebracht. So ging ich also zum nächsten ATM Automaten und wollte Geld beziehen. Das hat aber nicht funktioniert. In Korea sind alle ATM Automaten so eingestellt dass sie einen 4-stelligen Pin Code erwarten. Meine Karten haben aber alle 6-stellige Codes. Das war zwar keine Katastrophe, im schlimmsten Fall hätte ich mir von jemandem zuhause Geld über Western Union schicken lassen können. Aber das war natürlich nicht meine erste Wahl. Ich versuchte also die Bank in der CH anzurufen. Auch das stellte sich als schwieriger heraus. Nummer mit Vorwahl 0041 funktionierte nicht. Ich habe dann rausgefunden, dass man dafür 00141 wählen muss gefolgt von der normalen Telefonnummer inklusive Ortsvorwahl (ohne 0).
Schlussendlich bin ich doch noch durchgekommen. Man sagte mir, ich solle zur KB (Korean Bank) gehen da dort auch 6-stellige Codes akzeptiert würden. Und so war es dann auch. Ich konnte Geld beziehen, Problem gelöst.

Busan ist eine Millionenstadt mit einer sehenswürdigen Skyline. Es hat ein U-Bahn System das einen wie in den meisten grossen Städten sehr schnell und einfach an's Ziel bringt. Innerhalb von Busan ist es einfacher mit der U-Bahn zu verkehren denn der Autoverkehr ist in den rush hours extrem und eigentlich sind immer rush hours.

Noch bevor ich in's Hotel gefahren bin machte ich einen Abstecher an den internationalen Flughafen Busan. Da ich ja im Sinn habe nach Japan zu fahren wollte ich schauen, wie der Flughafen funktioniert und wo man dort sein Auto 4-5 Tage parkieren kann.

Das Hotel in dem ich bin ist mitten in der Stadt. Es ist wieder ein sehr gutes Hotel das hier in Busan allerdings teurer ist als die Hotels vorher. Für 2 Tage bezahle ich 230.-

Gestern hab ich ein koreanisches Dorf besucht in dem alle Häuser noch im alten Stil sind. Die Hälfte der Häuser sind bewohnt die andere Hälfte steht leer und fungiert als Ausstellung wie man früher in Korea gelebt hat. Man findet dort Häusertypen aller Provinzen Koreas und auch solche die 500 Jahre alt sind. Ist recht interessant. Endlich mal was wo sich das Fotografieren gelohnt hat.

Heute bin ich mit der U-Bahn zum 'International Ferry Terminal' gefahren. Dort hab ich mir spontan eine Schiffspassage nach Fukuoku in Japan gekauft. Morgen 1. Juni geht es los und am 4. Juni bin ich wieder zurück. Vielleicht werde ich von Fukuoku aus spontan ein Zugbillet nach Tokyo kaufen und 1-2 Tage in Tokyo weilen. Die Zugfahrt dauert 4 Stunden mit dem Highspeed Train. In diesem Falle würde ich dann wohl erst am 7.Juni wieder zurück in Korea sein. Wir werden sehen.

Samstag, 26. Mai 2018

Gangneung, Pohang nach Gyeongju

Wie im letzten Blog erwähnt bin ich in Gangneung und habe mich gestern in der Gegend umgeschaut. Allerdings sah ich nach wie vor nichts was speziell erwähnenswert ist. Die Gegend ist sehr schön aber es gibt nichts, das wir in der Schweiz nicht auch sehen können. Wir sind diesbezüglich halt schon verwöhnt. Jemand aus einem Land in dem es nur Sand und ein wenig Steppe gibt sieht Korea und die grünen Wälder hier sicher mit anderen Augen.
Natürlich hat es Baum- und Blumen-Arten, die es nur hier in Korea gibt. Ich erwähne dies, weil ich in einer Art Baumschule war wo ein halber Berg renaturalisiert wird. Von dort sind auch die Wald- und Blumenfotos. 

Das einzige, was ich heute interessant fand war der sogenannte  Unification Park. Von dort stammen die Fotos vom kleinen Kriegsschiff, dem U-Boot und den Flugzeugen aus dem Korea-Krieg.
Dieser Park wurde angelegt nach einem militärischen Zwischenfall an dem dieses nordkoreanische U-Boot Hauptakteur war. Für die Interessierten gibt es hier mehr darüber zu lesen.

Ansonsten kann ich noch berichten, dass ich gestern Abend 100$ aus dem Fenster geworfen habe. Ich hab ein Hotelzimmer in Gyeongju gebucht ohne zu realisieren dass mein Iphone ein falsches Datum hatte. Sollte eigentlich nicht passieren bei automatischem Setting für date/time. Ich hab das Zimmer also gebucht, die gute App hat mich nicht auf den Fehler aufmerksam gemacht und als ich es merkte war es schon zu spät. Ich hab für die heutige Nacht gebucht in der ich ja noch in Gangneung sitze. -- Stornieren des Zimmers - 50.- futsch.
Zweiter Versuch, diesmal mit richtigem Datum, sehr schönes Hostel mit super Bewertungen. Zimmer in koreanischem Stil. Klar, super, buchen.
Was genau heisst eigentlich koreanischer Stil? Fotos anschauen ?!? Schöne Zimmer mit schönem Holzboden, kleine Kommode mit TV. Und wo bitte ist das Bett. Sh... kein Bett. Nur so dünne Decken die zusammengerollt irgendwo an der Wand stehen.
Mit 18 wäre das sicher kein Grund zum Nachdenken gewesen. Auch mit 40 nicht. Aber jetzt brauche ich das nicht mehr. Echt, Rückenschmerzen kann ich mir auch auf einem Stuhl holen, da brauche ich kein koreanisch gestyltes Zimmer dafür - Stornieren des Zimmers - weitere 50.- futsch.
Dritter Versuch. Diesmal zuerst denken, dann tippen. Und so hat es dann auch geklappt.
Ich mache mich in ca 2 Stunden auf den 250km langen Weg in den Süden mit der sagenhaften Höchstgeschwindigkeit von 100km/h.

Hier trotzdem noch ein paar Fotos. (Oh, in Anbetracht der Flaute an erwähnenswertem hier ist die Möglichkeit, dass ich von Busan aus kurz mit dem Luftkissenboot für ca eine Woche nach Japan rüber düse ziemlich gestiegen).

Freitag, 25. Mai 2018

2018 Süd-Korea, Ankunft Seoul bis Sokcho

Die Entscheidung, dieses Jahr nach Süd-Korea zu fliegen ist eigentlich erst ca 3 Wochen vor Abflug gefallen. Ich hab lange studiert, ob ich wieder mal in die USA gehen soll, zum 8. Mal. Hätte ich das gemacht, dann wäre es vor allem darum gewesen weil das Reisen in den USA einfach weltweit am einfachsten und komfortabelsten ist.
Allerdings hab ich das Land nun 7 mal mit dem Auto durchquert, diagonal, vertikal und in Schlangenlinien. Es wäre somit nur ein deja-vu und ich sollte vielleicht noch etwas mehr Zeit vergehen lassen seit dem letzten Mal. Die Erinnerungen sind noch zu frisch.

Die zweite Idee war dann Japan. Die Jahreszeit wäre ideal, aber es braucht einen von offizieller Seite übersetzten Führerschein. Da ich aber DAS Faultier in Person bin war das ein Grund für mich, weitere Überlegungen anzustellen.
Schlussendlich bin ich dann bei Süd-Korea gelandet, das ja in diesen Tagen ziemlich oft in den Schlagzeilen ist. Vielleicht sollte man nach dem Motto gehen, 'Besuchen sie Süd-Korea solange es noch existiert!' , zumal Trump ja die Gespräche platzen lies.

Wie auch immer. Am letzten Sonntag Nachmittag flog ich mit Emirates von Zürich nach Dubai und nach 3 stündigem Aufenthalt von dort weiter nach Seoul - Dies alles in einem Airbus 380-800. 

Ich bin schon diverse Male mit Emirates geflogen und auch schon 2 oder 3 mal mit einer 380. Ich kann es aber nur wieder bestätigen. Emirates ist eine wenn nicht die beste Fluggesellschaft und die 380 das komfortabelste Flugzeug das ich kenne. Ich weiss nicht, ob die 380 bei anderen Fluggesellschaften im Innenausbau knapper bemessen wurde, aber bei Emirates hat man wirklich viel Platz. Die Sitze sind sehr bequem und das Unterhaltungsangebot ist riesig. Von Zürich nach Dubai hatte ich 3 Sitze für mich. Ich habe den ganzen Weg von Zürich bis kurz vor Seoul geschlafen, ausgenommen der Unterbruch bei der Zwischenlandung in Dubai.

In Seoul angekommen holte ich mein reserviertes Mietauto ab. Ich hab sofort gemerkt dass hier die Verständigung schwierig sein wird. Obwohl Süd-Korea ein total durchorganisiertes sehr westlich orientiertes Land ist, in dem fast alles tadellos funktioniert, sprechen die Menschen sehr schlecht oder gar nicht englisch. Ich dachte eigentlich dass die jungen Leute da anders wären, aber auch von denen können viele überhaupt nicht oder nur schlecht englisch. Dafür haben sie die Kommunikation über Iphone oder Android perfektioniert. Sie nehmen blitzschnell das Mobile in die Hand, tippen den Satz in koreanisch ein und zeigen ihn mir dann auf englisch. Dann geben sie mir das Mobile, ich tippe in englisch ein und zeige ihnen meine Aussage in koreanisch. Das funktioniert recht gut wenn man es einmal gemacht hat.

Etwas ist mir auch sehr schnell aufgefallen. Das asiatische Frauen den Geschmack von Europäern treffen ist allgemein bekannt. Aber die koreanischen Frauen sind wirklich absolut top. Ich glaube hier gibt es keine hässlichen jungen Frauen. Verwirrend ist, dass junge Männer hier so weiblich aussehen, dass man manchmal wirklich versteckt einen Blick ein wenig nach unten senken muss um rauszufinden ob es nun ein Mann oder eine Frau ist.
Vielleicht ist Korea das erste Land der Welt in dem sich die Menschen zu androgynen Wesen entwickeln.

Die koreanische Währung, der Won, ist mit dem aktuellen Kurs sehr einfach für uns umzurechnen. Ein Sfr . entspricht 1000 Won. 50'000 Won sind 50 Sfr. 

Wie in den letzten Jahren mache ich meine Hotelreservationen über die App 'Booking'. Einmal angemeldet muss man seine Daten inklusive Kreditkarte nicht mehr jedes Mal neu eingeben. Die Stadt reicht und man bekommt eine grosse Auswahl an möglichen Hotels, Motels, Hostels, je nach Einstellung des Suchfilters. Das Reservieren ist dann eine Kleinigkeit. Man kann zudem bis 24 Stunden vor dem Einchecken die Reservation kostenlos annullieren.
Mein erstes Hotel in dem ich 2 Tage war befindet sich 3 km vom Flugplatz entfernt. Mit dem Auto, einem Hyunday Sonata 
mit sehr gutem Navi war und ist es sehr einfach etwas zu finden. Zum Glück ist das Navi auf englisch umstellbar, sonst wäre es nutzlos für mich.
In diesem ersten Hotel habe ich meine übliche Ferien-Eingewöhnungszeit verbracht. Die dauert bei mir immer so 2-3 Tage in denen ich normalerweise überhaupt nichts mache ausser Netflix schauen und ein wenig die Landkarte studieren.

Am 3. Tag hab ich mich dann aufgemacht und bin über Seoul quer durch Süd-Korea an das japanische Meer, an die Ostküste von Süd-Korea gefahren. Die Stadt dort heisst Sokcho und sie liegt noch über dem bekannten 38. Breitengrad in dem sich ja die Demarkationslinie zwischen Nord- und Süd-Korea befindet. Sokcho gehörte vor dem Koreakrieg noch zu Nord-Korea.

Die Schnellstrassen in Korea sind vielfach 4-spurig, allerdings alles andere als schnell. Die Höchstgeschwindigkeit im ganzen Land ist 100, innerorts 60 und ausserorts 80. Alles läuft sehr gemächlich ab. Die Leute sind extrem freundlich. Es ist eigentlich alles sehr easy hier und alles funktioniert bestens. Das Auto ist neu und hat alles was man sich erträumen kann um damit 4 Wochen im Land rumzufahren.

Leider habe ich bis jetzt noch nichts gesehen was man als Highlight ansehen könnte. Es gibt praktisch keine alten Gebäude und auch sonst sah ich noch nichts wirklich Sehenswertes. Komischerweise gibt es hier keine Supermarkets. Ev gibt es solche in Seoul selber aber sonst habe ich noch keinen gesehen. Einfach überall der typisch chinesisch-asiatische Stil mit den furchbaren Farbkombinationen orange, hellblau, hellgrün. Und überall viel Plastik. Das Land selber ist sehr sauber. Schweizer Verhältnisse.

In Sokcho hatte ich zwei Nächte ein sehr grosses Zimmer, eigentlich eher ein Studio, denn es hatte sogar Küche. Und das alles für 40.- pro Nacht! Am Schluss hat mir der Manager noch einen Adapter geschenkt damit ich zwei Kabel die den typisch schweizerischen 3-Pol Stecker haben benutzen kann. Ich habe selber alles dabei was man in irgend einem Land dieser Welt vorfinden kann, aber genau dieses 3-Pol Ding war nicht dabei. Der Adapter des Lenovo Laptops beispielsweise hat so einen Stecker.

Aktuell bin ich nun weiter unten in Gangneung. Hier soll es einiges an Sehenswertem geben. Wir werden sehen.


Dienstag, 11. Oktober 2016

Hongkong 2016

Seit dem späten Abend vom 9.Oktober bin ich nun in Hongkong. Die 350km/h Zugfahrt von Guilin war schnell Geschichte und der Grenzübertritt von China nach Hongkong war schmerzlos. Die chinesische Grenzbeamtin hat sich meinen Pass zwar recht lange angeschaut und irgendwie scheinen sie die beiden indischen Visas die ausser dem Chinesischen im neuen Pass noch ziemlich alleine dastehen irritiert zu haben. Sie hat sie sich ein paar Mal angeschaut und immer wieder den Computer benutzt.

Wie auch immer, ich wurde nicht verhaftet und bin schlussendlich mit einem 3-Monats Aufenthalts-Recht in Hongkong angekommen. Zwischen Hongkong und China ist ein Fluss über den man in einer mit Glas gedeckten Brücke läuft. Überall Schilder 'no u-turn!'.

Ich war vor 10 Jahren das letzte Mal in Hongkong. Hongkong ist und bleibt eine super Stadt. Ausser den nun chinesischen und nicht mehr englischen Fahnen sieht man nicht viel dass Hongkong nun zu China gehört. Man merkt einfach einen riesen Unterschied zu China weil hier jedermann mindestens ein wenig englisch spricht. Zudem ist alles in chinesisch UND englisch angeschrieben und hier fand ich auf Anhieb wieder was gutes zum Essen. Die Autos fahren immer noch links und die alten 2-stöckigen Trams auf Hongkong Island fahren nach wie vor.

Ich wohne in einem 18-stöckigen Hochhaus in Kowloon in dem es sicher 30 verschiedene Hostels hat. Die erste Nacht war ich wieder in so einem super kleinen Zimmer das genauso gross wie das Bett war. Es ist aber kein gutes Gefühl dort drin und ich hab dann am nächsten Morgen in ein zwei Bett Zimmer gewechselt das nun zwar immer noch klein aber doch mindestens 3-4 mal grösser ist als das Erste. Hier kann ich mein Zeugs auspacken und alles so arrangieren dass ich mich wohl fühle da ich ja immerhin 4 Tage hier wohne. Die 4 Tage kosten mich knapp 50 US$ was 1490 Hongkong$ entspricht.

Aktuell ist das Wetter bewölkt und schwül bei ca 28 Grad. Bin am Überlegen ob ich mir hier noch den fehlenden Weitwinkel für die Canon 6D kaufen soll. Das Ding 16-35/2.8 kostet hier 1000 US$, in der Schweiz hab ich es für das dreifache gesehen. Will mir noch die Testberichte anschauen weil es auch ein F4 gibt das nur ca 600 kostet. Schauen wir mal.Fotos kommen bald hier.

Ah, ja, ich komme wieder überall im Internet rein. Schnelle Verbindung und nichts ist gesperrt. Ist schon bedeutend einfacher so. Nun hoffe ich dass ich noch ein paar Fotos mehr posten kann.

Bis bald

Samstag, 8. Oktober 2016

Guilin 2016

Nach einer 18-stündiger Zugfahrt, wiederum sehr komfortabel im oberen Bett der 'soft sleeper' Klasse, bin ich morgens um 5 Uhr in Guilin angekommen und mit dem Taxi zum Hostel gefahren. Ich habe die Reservation dort extra so gemacht dass ich bereits den Vortag reserviert habe da das Check-in ja normalerweise erst so um 1200 Uhr ist. Aber es sollte wohl nicht sein. Es hat mich zwar einer reingelassen so früh am morgen aber ich verbrachte dann die ersten 2 Stunden bis um 7 Uhr in der stockdunklen Cafeteria.

Es hatte wenigstens komfortable Sitzgelegenheiten wo ich mich hinlegen konnte. Um 7 Uhr ist dann das Personal angerauscht und ich freute mich auf mein Zimmer und eine Dusche. Zu früh gefreut. Die Frau an der Rezeption hat sich meine Reservation angeschaut, den Kopf geschüttelt und gesagt dass das ja im August war und wir hätten bereits Oktober.

Shit... Das war nun scheinbar meine Schuld. Bei all den Reservationen die ich 3 Monate vorher gemacht habe hab ich wohl hier in Guilin ein falsches Datum eingesetzt. Zum Glück sind Hostels nicht teuer denn die 5 Tage im August die hab ich wohl mit der Karte bezahlt ohne es bemerkt zu haben, denn wenn man einfach nicht erscheint dann kostet es, ist auch logisch.

Anyway, zum Glück konnte sie mir ein Zimmer reservieren, ein sehr gutes sogar. Aber erst ab 13 Uhr. Ich musste somit weitere 6 Stunden totschlagen und ich war zu müde um gross was zu unternehmen. Irgendwie ist die Zeit aber rum und bereits um 12 Uhr konnte ich endlich einziehen.

Ich hab dann am nächsten Tag die Fahrt auf dem Fluss gemacht für die die meisten Touristen herkommen. Wie vor 10 Jahren war es ein Trail von ca 20 Schiffen die hintereinander die 85km den Fluss runter fuhren. Der Grund dieser Reise ist die Umgebung. Gleich bei Guilin fangen die berühmten Karsthügel an die man auf jedem China-Prospekt sieht. Ein Blick an einer bestimmten Stelle auf die Gegend zeigt das Bild das auf der 20 Yuen Note abgedruckt ist.

Die Fotos werden da wieder mehr zeigen (falls ich sie hochladen kann). Die Verbindung um die Welt via VPN (aktuell gehe ich über Washington DC) ist halt schon nicht so schnell und Fotos haben bekannterweise eine nicht zu vernachlässigende Grösse. Ich hoffe man kann sie nun wenigstens sehen ohne bei Google einloggen zu müssen.

Heute ist mein letzter Tag in Guilin. Morgen um 1030Uhr geht es wieder mit 300km/h in Richtung Süden nach Hongkong wo ich meine letzten 5 Ferientage verbringen werde.

Kormoran in Shangri-La

Freitag, 7. Oktober 2016

Hanzhou, Hanshan und zurück nach Shanghai 2016

Es ist vielleicht wieder mal an der Zeit etwas zu schreiben. Auch wenn sonst vielleicht niemand diesen Blog liest, mir selber bringt er recht viel. Das konnte ich vor meiner China Reise noch zu hause sitzend sehen als ich mir die Einträge durchlas die ich vor 10 Jahren mache als ich das erste Mal in China war. Es ist interessant zu sehen wie ich damals die Reise erlebt habe und inwiefern sich meine Sicht der Dinge in diesen 10 Jahren verändert hat. Ich muss sagen (ist das nun ein Vorteil oder eher ein Zeichen von einsetzender Verkalkung) dass ich mich scheinbar nicht gross verändert habe. Dieselben Dinge gehen mir auf die Nerven, dieselben Dinge imponieren mir oder faszinieren mich. Wie auch immer, ich freue mich riesig darauf wenn ich dann mal wirklich nur noch reisen darf und jedes Ende einer Reise zugleich der Anfang einer neuen sein wird.
Ich bin mir allemal bewusst dass das ein grosses Privileg ist das ich als Bürger der Schweiz habe, eines um das mich sicher sehr sehr viele Leute auf dieser Welt beneiden die nicht das grosse Los gezogen haben beim Verlosen des Geburtsortes. Wenn sich nur alle Leute in unseren reichen westlichen Ländern dessen bewusst wären!!

Meinen letzten Eintrag hab ich ja in Hangzhou gemacht. Seither war ich für drei Tage in Hanshan, Ort in den Bergen von dem ich bereits was geschrieben habe mit einer URL einer Wikepedia Seite die den Ort beschreibt. Ich hatte Glück mit dem Wetter und noch viel mehr Glück dass ich genau am ersten Tag der National Holiday Woche von China dort war. Jedes Jahr hat China ähnlich unserem 1. August einen Nationalen Feiertag nur dass es hier eben kein Tag sondern eine ganze Woche ist in der ganz China frei hat. Die Leute reisen dann natürlich umher und überall steigen die Preise um das 3-4 fache an. Ich war also ohne mir dessen bewusst zu sein genau am ersten dieser Tage in Hanshan und konnte deshalb noch einigermassen unbehelligt auf den Berg fahren. Einen Tag später musste man scheinbar bereits 2-3 Stunden anstehen und hat zwar viele Chinesen gesehen aber den Berg nicht mehr wirklich was für mich ein Grund gewesen wäre das Ganze abzusagen.
Ich war also oben, raufgefahren mit einer Seilbahn made in Österreich zusammen mit Chinesen die noch nie in so einer Bahn waren und scheinbar alle eine riesen Höhenangst hatten. Ich war froh als wir oben aussteigen konnten und das Gekreische ein Ende hatte. Eigentlich wollte ich dann nach einem längeren Spaziergang auf dem Berg mit einer zweiten Seilbahn wieder runterfahren.
Allerdings habe ich den falschen Weg erwischt. Um es kurz zu machen, als ich es bemerkt hatte war ich schon so weit runtergelaufen dass ich mir dachte, besser einfach runterlaufen als den Weg wieder nach oben zurückgehen. Ich habe mich allerdings nicht informiert wie weit das ist. Ich bin also Treppen runtergestiegen, Treppen, Treppen und nochmals Treppen. Insgesamt fast 8km !! Nach ca 6 km musste ich mir zwei Gehstöcke kaufen, ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. Bin dauernd eingeknickt weil ich einfach keine Kraft mehr hatte. Ich habe es dann doch noch geschafft danach aber einen Muskelkater in den Beinen wie noch nie in meinem Leben. Als ich einen Tag später mit meinen Gepäck auf den Bahnhof musste ich feststellen dass ich mich im Datum geirrt hatte und mein Zug erst am folgenden Tag fährt. Also zurück in's Hotel und einen Tag lang nichts tun. Meine Beine haben es mir gedankt.

Nun, inzwischen ist alles wieder io und ich bin zurück in Shanghai. Morgen geht es dann mit dem Nachtzug von Shanghai nach Guilin was bereits meine zweitletzte Station ist. Nach 4 Tagen Guilin dann runter nach Hongkong von wo ich am 14. Oktober zurückfliegen werde. Aber es sind ja noch 10 Tage.

Hanshan Umgebung wie üblich in leichtem Nebel

Ungarn Rundfahrt August 2026

Aktuell sind wir bereits am 3. August 2026 und bis jetzt hab ich ausser den Fotos meines Ungarn Trips vom August noch nichts geschrieben. Nu...