Sonntag, 5. Mai 2019

Siem Reap letzter Tag

Heute war mein letzter Tag in Kambodscha. Gestern war ich im 'Angkor National Museum' in dem man leider wieder nicht fotografieren durfte. Ich habe es trotzdem gemacht, allerdings nur mit dem Handy. Das macht ja inzwischen auch schon recht ansehnliche Fotos. Bis jetzt hab ich noch keine Erklärung gehört, aus welchem Grund man an gewissen Orten nicht fotografieren darf. Dass man den Blitz nicht benutzen darf macht Sinn, denn scheinbar können dabei die teilweise uralten Farben der Artefakte darunter leiden. Dies wurde mir zumindest in Ägypten von einem deutschen Archäologen erzählt. Warum man aber an gewissen Orten zwar fotografieren darf aber nur ohne Stativ ist mir nicht klar. Wie auch immer, die Ausstellung war interessant auch wenn ich langsam genug habe von Tempeln und steinernen Figuren.

Heute wollte ich noch in das 'Cambodia Landmine Museum'. Wurde mir wärmstens empfohlen. Das ist aber fast 30 km nördlich von 'Siem Reap' und in dieser Hitze mit dem Motorrad war mir das einfach zu mühsam. Stellvertretend hab ich dann das 'War Museum' besucht. Es besteht vor allem aus total verrosteten Panzern und Schützenwagen sowie ein paar Kanonen und einem Helikopter und einer total ausgenommenen Mig. Interessant war, dass es dort Männer gab die Führungen machten weil sie selber auf der einen oder anderen Seite im Krieg dabei waren.

Es ist allerdings schon komisch wenn einer vor dir steht und sagt, dass er bei den 'Roten Khmer' war und damals total 'brainwashed' war. Er wisse selber nicht wie viele Leute er mit seinen Händen erwürgt, erstochen, verbrannt habe. Aber er habe nun seinen Frieden gefunden!!! Und was ist mit denen die er gekillt hat? Das tönt immer alles so abgedroschen, so wie die Aussage 'Ich war früher ein Mörder aber nun habe ich zu Jesus gefunden' das man manchmal von Insassen in Gefängnissen hört. Ich doch alles Quatsch. Jemand der in so einem Ausmass mordete wie der Typ von den 'Roten Khmer' hat keine Vergebung verdient. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein völlig normaler Mensch zu so einem Ungeheuer werden kann.

Komisch, in Kambodscha war so lange Krieg und sind so schlimme Dinge passiert, dass man immer wieder darüber stolpert. Genug davon.

Morgen um 09:10 Uhr geht mein Flug nach Vietnam. In Ho-Chi-Minh-City hab ich für zwei Nächte ein kleines zweistöckiges 'Flat' gemietet. Total neu, super eingerichtet, eine richtige Wohnung halt. Und das mitten in der Stadt. Sieht auf dem Foto top aus und kostet nur 30$ pro Tag. Bin gespannt auf Vietnam. Soll ein richtiges Highlight sein.

Donnerstag, 2. Mai 2019

Siem Reap Fortsetzung

Seit dem 1.Mai bin ich wie bereits geschrieben im Hotel 'Residence Indochine' und werde hier wohl bleiben bis zu meinem Flug am 6.Mai nach 'Ho-Chi-Minh-City'.
Für die ersten zwei Tage hab ich mir ein Motorrad gemietet und besuchte heute bereits zum zweiten Mal die Tempelanlagen. Es handelt sich dabei nicht um einen einzelnen Tempel sondern um eine Vielzahl verschiedenster Tempel die über ein Gebiet von sicher 900 qkm verstreut sind. Leider hat es sehr viele Touristen, zu 90% Chinesen, die die Tempel richtig belagern. Es ist praktisch nicht möglich irgend etwas zu fotografieren, ohne dass man dutzende von Leuten auf dem Bild hat. Was mich extrem gestört hat ist das dauernde Geschnatter dieser Leute. Die Gruppenleiter haben alle kleine Lautsprecher bei sich über die sie den Leuten wohl die Geschichte der Tempel erzählen. Da es aber nicht eine sondern sicher 5-6 Gruppen sind die gleichzeitig rumlaufen ist der Geräuschpegel erheblich. Da ist die Lösung die sie an andern Orten verwenden mit kleinen Audiogeräten und Kopfhörern bedeutend angenehmer. Es ist erstaunlich wie sich das alles in den letzten 12 Jahren verändert hat. Genauso wie bei den Ausgrabungen der Terrakotta Armee in China ist auch hier nun alles voll mit Verkaufsständen. Der Eintritt in die Tempelanlagen für 3 Tage hat mich 65$ gekostet. Vor 12 Jahren war das noch gratis und ich kann mich erinnern, dass nur ganz wenig Leute dort rumgelaufen sind. Gut, es war eine andere Jahreszeit, das spielt vielleicht auch eine Rolle, aber heiss war es damals auch, wenn auch nicht so wie jetzt. Heute bin ich um 07:00 Uhr losgefahren und um 12:00 Uhr war ich wieder im Hotel. Zwischen 11:00-16:00 Uhr ist es nicht auszuhalten.

Nun werde ich prüfen ob die ersten Foto was geworden sind und sie hier reinstellen. Morgen geh ich dann nochmals auf Tour, ich hab ja ein Ticket für 3 Tage. Dann hab ich aber immer noch 3 Tage übrig bis mein Visa für Vietnam gültig wird. Ich hab mir schon überlegt, ob ich kurz noch nach 'Ko Samui' in Thailand fliegen soll. Von hier gibt es direkte Flüge mit 'Air Asia' für 160$ hin und zurück. Oder ich flieg nach 'Ko Samui' und dann am 6 Mai. direkt von dort nach 'Ho-Chi-Minh-City'. Ich bin ja frei zu tun was ich will. Gutes Gefühl....

Dienstag, 30. April 2019

Siem Reap

Heute bin ich mit der 'Angkor Air' von 'Sianoukville' kommend in 'Siem Riep' angekommen. 

Es hat damit angefangen, dass ich heute morgen früh um 5 Uhr mit dem Taxi in der 'Ryta Bungalow Siedlung' abgeholt wurde und über sehr holprige Strassen an einem verlassenen Pier im nirgendwo abgeladen wurde. Das Ganze kam mir ein wenig sonderbar vor da es mir auch nach 3 Tagen und vielen Fragen noch nicht gelungen ist rauszufinden, wieviele Piers es denn nun wirklich gibt auf dieser Insel und welche wann mit welchem Schiff angefahren werden.

Ich musste mich auf das Wort der Reception und des Taxifahrers verlassen, bat ihn aber dann doch sicherheitshalber mit mir auf das Schiff zu warten.  Ich wollte vermeiden dass falls kein Schiff kommen würde, ich total alleine irgendwo an einem Pier stehe und nicht mehr weiss, wie ich nun weiterkommen soll.

Er hat dem zugestimmt und tatsächlich sind kurz darauf noch ein paar andere Touristen aufgetaucht die allerdings genauso unsicher waren wie ich. Schlussendlich ist das Schiff dann gekommen und wir konnten zügig nach 'Sianoukville' übersetzen.
Von dort ging es dann mit einem Taxi über wiederum höllische Strassen zum Flugplatz. Der Flugplatz, sowohl der in 'Sianoukville' wie auch der in 'Siem Reap' ist noch so wie die Flugplätze früher waren. Man geht zu Fuss über das Rollfeld und steigt dann über eine steile Treppe in's Flugzeug ein.

Nach 50 minütigem Flug waren wir dann bereits in 'Siem Reap'. Mit dem Bus hätte das mindestes 12 Stunden gedauert. Da hab ich die lächerlichen ca 60$ gerne bezahlt. Hier in 'Siem Reap' ist es wieder höllisch heiss. Für die nächsten zwei Tage hab ich mir ein Motorrad gemietet mit dem ich dann die Tempelanlagen besuchen werde. Ich hoffe gute Fotos zu machen und werde das Stativ mitnehmen.

Das Hotel hier ist Klasse. Riesen Zimmer und das Personal ist top. Mehr kann man nicht verlangen.
Dann mal bis zum nächsten Mal.
Etwas hab ich noch vergessen. Hier gibt's eine riesen Auswahl an Cocktails!! Entweder irgendwo an einem Tisch draussen im Hof oder dann direkt im Swimming-Pool mit Hockern untern Wasser.
Scheiss-verführerisch!!

Sonntag, 28. April 2019

Pnom Penh, Sianoukville nach Koh Rong

Seit zwei Tagen bin ich nun auf der Insel 'Koh Rong'. Der Weg dorthin war etwas mühsam. Erstens hat die Koordination des Veranstalters dieser kombinierten Reise mit Bus und Ferry von 'Pnom Penh' auf die Insel 'Koh Rong' nicht so geklappt wie sie eigentlich sollte. Die Strasse war in einem katastrophalen Zustand und das Personal hat uns abgewickelt ohne den kleinsten Funken von Interesse an irgend was. Und irgend wann wird auch mir dieses Dauer-Lächeln zu blöd.

Sobald wir aber dann endlich auf dem Schiff waren und mit ziemlich grosser Geschwindigkeit auf das Meer raus fuhren war all dies vergessen. Die Fahrt hat 45 Minuten gedauert und die Temperatur ist hier bedeutend angenehmer als auf dem Festland.

Am Pier hab ich dann eigentlich gedacht, dass es irgend welche Taxis oder Rischkas gibt um mit dem ganzen Gepäck in mein gebuchtes 'Ryta Beach Bungalow' zu kommen. Falsch gedacht. Von diesem Pier aus gibt es nur einen sehr kleinen holprigen Weg auf dem man zwischendurch total im Sand stecken bleibt. Ich erlebe diese Art von Hotelzubringern ja nicht das erste Mal! Zuerst wollte einer mit einer 125er mich und mein Gepäck übernehmen. Die kennen da gar nichts. Aber bei der ersten Kurve sind wir fast nebenraus gedonnert und ich habe die weitere Zusammenarbeit verweigert. Ich habe dann einen zweiten Fahrer angeheuert der den Koffer übernahm und so ist es einigermassen gegangen. Die ganze Strecke ist etwa 10km lang. 

Als war ca in der Mitte waren hab ich mit Schrecken festgestellt, dass ich meine wichtigste Tasche mit Geldbörse, Pass, Medikamenten usw am Pier habe stehen lassen. Ich denke, mein Herz hat da für einen Schlag ausgesetzt. Ich habe mich schon gesehen mit dem nächsten Flug wieder nach Hause zu fliege während in der Zwischenzeit meine Kreditkarten geplündert werden da auch die und das Handy in der Tasche waren. Ich hab das dem Typen klargemacht und ihm gesagt, dass wenn er so schnell wie möglich zurückfahren würde und mir helfe die Tasche zu finden, notfalls mit Hilfe seiner Kumpels, er von mir 50$ erhalten würde. Die Rückfahrt zum Pier war dann wirklich sehr schnell! Ich habe immer vor mir hergebrummelt bitte, bitte, bitte. Am Pier angekommen ist der Typ auf das Pier gerast und im Laufschritt an die Stelle gesprungen an der unser Schiff angelegt hatte.

Und siehe da, die Tasche ist ganz alleine und friedlich dort gestanden. Oh, der Computer war übrigens auch noch drin. Ich war so erleichtert und hab meinem Helfer diese 50$ sehr gerne gegeben.

Dann alles zurück. Auf dem Weg sind wir dem anderen Fahrer mit dem Koffer begegnet der uns mit fragendem Blick entgegengefahren kam. Nach einem kurzen Geplauder und Gelächter der beiden ging es dann endlich in Richtung 'Rytas Beach Bungalow'

Der Ort hier besteht aus 10 einzelnen Bungalows, umgeben von schneeweissem Sand. Direkt hinter einer kleinen Düne kommt dann das Meer so wie man es sich in seinen Träumen ausmalt. Weisser Sand bis weit hinaus, glasklares Wasser, einfach traumhaft. Das Wasser ist wahrscheinlich so 32 Grad war, weiss nicht ob das eine gute Sache ist, aber toll ist es allemal. Was leider auch hier angeschwemmt wird ist Zeugs aus Plastik. Es wird an 'unserem' Strand zwar täglich weggeräumt aber ist trotzdem schlimm dass es so ist. Ob es wohl überhaupt noch einen Ort auf der Welt gibt wo das nicht der Fall ist? Ansonsten gibt es hier nichts. Man kann sich eine 125er mieten und dann dem Beach entlang fahren. Die Isel ist ziemlich gross aber es gibt nur einige dieser Bungalowsiedlungen, sonst gibt es nichts. Ein Traum für ein paar wenige Tage, ein Alptraum wenn man nicht mehr weg könnte.

Am 30.April hab ich einen Flug gebucht von 'Sianoukville' nach 'Siem Reap'. Kosten 65$  Dort werde ich dann wohl bis am 5.Mai bleiben bis mein Visa für Vietnam gültig ist. Dann sehen wir weiter.

Donnerstag, 25. April 2019

Pnom Penh

Seit gestern Nachmittag, 24. April bin ich in Kambodscha in einem Hotel mitten in der Stadt mit einer tollen Dachterrasse. Kostet mich 25$ pro Nacht, das Preisleistungs-Verhältnis stimmt. Nichts auszusetzen.

Heute mietete ich ein Taxi für den ganzen Tag. Das ist das schnellste und einfachste um einen Eindruck von einer mir fast unbekannten Stadt zu bekommen. Ich war zwar auf meiner ersten Weltreise 2007 schon mal kurz hier, aber das ist lange her und ich war damals nur 6 Tage in Kambodscha, davon 4 in 'Siem Reap'.

Auf der Rundfahrt heute waren wir unter anderem auf den sog 'Killing Fields', ein Ort aus der sehr düsteren Geschichte von Kambodscha unter der Herrschaft der 'Roten Khmer' Drei der damals 8 Millionen Einwohner Kambodschas wurden dabei auf grausamste Weise hingeschlachtet und die Welt hat einmal mehr zugeschaut. Speziell die Amerikaner, die durch das unberechtigte Reinziehen von Kambodscha und Laos in den Vietnamkrieg (Nixon machte das indem er den Senat belog. Es ging dabei um die Zerschlagung des sog 'Ho-Chi_Minh-Pfades' über den der Vietcong Waffen und Munition in den Süden brachte) trugen an dem was folgte eine grosse Mitschuld.
Siehe auch hier und hier.
Durch dieses 'Einbeziehen' von Kambodscha und Laos in den Vietnamkrieg (es gab noch andere Gründe, beispielsweise die Chinesen, die ebenfalls viel Mitschuld an den kommenden Ereignissen trugen) wurden die einigermassen stabilen beiden Länder Spielbälle der Grossmächte und als es dann ganz schlimm wurde zogen die USA einfach ab und liessen beispielsweise die 'Roten Khmer' ihre 3 Millionen Landsleute umbringen. Man hat keinen Finger gekrümmt und die 'Roten Khmer' wurden sogar offiziell als Kambodschas Regierung anerkannt, unter anderem wie könnte es anders sein von den USA, England, Deutschland, Australien uva, und sie bekamen auch einen Sitz in der UN obwohl man genau wusste was im Lande selber passierte. Man stelle sich vor, dass die Nazis unter Adolf einen Sitz in der UN hätten und dort laut ihre 'Wohltaten' am Deutschen Volke verkünden könnten.

Den kleinen Einblick den man auf den 'Killing Fields' und im 'Genozid Museum' bekommt ist furchtbar und man schämt sich zur Rasse Mensch zu gehören, zumindest Leute mit einem Gewissen fühlen wohl so. Nicht zuletzt weil wir nichts aber auch gar nichts daraus lernen. In den 90er Jahren geschah der Genozid in Ruanda mit ca 1 Million Toten. Und wieder hat die Welt nichts gemacht und bei Ruanda kann man sich nicht damit rausreden, dass die Gefahr bestand bei einem Eingreifen eine gefährliche Konfrontation der Supermächte zu provozieren.

Für mich am Schlimmsten war der Baum an dem die Scheisstypen Babys und kleine Kinder totschlugen. Soviel ich weiss wurde kein einziger dieser Täter je zur Rechenschaft gezogen.
Pol Pot hatte ein angenehmes und ruhiges Leben und wurde 84. Es gibt Gerüchte dass er am Schluss von jemandem aus seinem früheren Umfeld vergiftet wurde. Ein viel zu gnädiger Tod für dieses Tier.




Dienstag, 23. April 2019

Montag, 22. April 2019

Zurück in Vientiane

Seit zwei Tagen bin ich zurück in Vientiane. Heute gab ich das Auto zurück und werde den letzten Tag wohl noch mit einer 125er oder einer Vespa rumkutschieren.

Heute hat es zum zweiten Mal kurz geregnet. Vor zwei Tagen, noch in 'Vang Vieng', gab es ein Gewitter mit ganz wenig Regen. Dafür ging in der Atmosphäre die Post ab. So viele Blitze zur selben Zeit hab ich noch nie erlebt. War wohl auch der grossen Hitze geschuldet die die Atmosphäre gewaltig aufgeladen hat.

Ich weiss nicht, ob es der erste oder zweite Blitz war der so einen extremen Knall generierte, dass ich wirklich erschrocken bin. Eine Autobombe dürfte kaum viel lauter sein. Alle parkierten Autos in der Strasse haben angefangen zu hupen und man hat es den Einheimischen angesehen, dass auch sie sich erschrocken haben. Warum die Autos angefangen haben zu hupen ist mir noch nicht ganz klar. Eigentlich geschieht das ja durch eine Erschütterung der Karosse. Vielleicht hat es auch was mit der elektrischen Aufladung der Luft zu tun. Wie auch immer. Ich bin nun in Vientiane und habe noch einen Tag zur Verfügung.

Am 24.April fliege ich dann mit 'Vietnam Airways' nach 'Pnom Penh' wo ich zwei Nächte verbringen werde. Dann geht es mit einem Bus runter nach 'Sihanoukville' und von dort mit einem Boot auf die Insel 'Koh Rong' wo ich voraussichtlich drei Tage bleiben werde. Traumhafter Strand und eine fast nicht bewohnte Insel.







Danach werde ich sicher noch zu den Tempelanlagen in 'Siem Reap' fahren. Leider wird das nicht so laufen wie geplant. Letztes Mal konnte ich mit einem Schnellboot direkt von 'Pnom Penh' nach 'Siem Reap' fahren. Diesmal wird das nicht gehen da der Fluss 'Tonle Sap' zuwenig Wasser hat. Sonst muss ich halt den Bus nehmen. Die Fahrt dauert nur 6 Stunden.
Dann bis später auf der Insel.

Donnerstag, 18. April 2019

Luang Prabang zurück nach Vang Vieng

Ich verspreche, dass ich das Thema zum letzten Mal anschneide. Aber die Hitze ist wirklich ein Problem. Ich hätte das beachten sollen denn in dieser Zeit des Jahres sind zumindest Laos und Kambodscha extrem heiss. Zwischen 1100 Uhr und ca 1700 Uhr macht es wenigstens für mich keine Freude länger nach draussen zu gehen. Zum Glück gibt es Netflix. Super, Mario fliegt in den fernen Osten und schaut dort Netflix, hätte er auch zuhause in Luzern machen können!
Als ich vor ca 12 Jahren das erste Mal in Laos war hat es zwar immer leicht geregnet, aber alles war schön grün und die Luft war eindeutig besser.

Aktuell ist alles braun und dunstig. Wie auch immer. Finden wir uns damit ab. Bis jetzt hab ich noch nichts gesehen was ein Oha-Gefühl ausgelöst hätte. Ich vergleiche immer wieder mit dem Westen der USA. So eindrückliche Landschaften wie dort hab ich bis jetzt noch nirgends gesehen. Aber ich habe ja hoffentlich noch ca 20 Jahre Zeit etwas gleichwertiges zu finden.

Nach zwei Nächten in Luang Prabang bin ich wieder zurück in Vang Vieng und werde morgen runter nach Vientiane fahren. Das Auto hab ich noch bis am 22. April. Mein Flug nach Kambodscha geht am 24. Schauen wir mal was ich bis dann noch machen werde.

Soeben komme ich von einem längeren Spaziergang in downtown 'Vang Vieng' zurück. Dabei kamen mir viele Dinge in den Sinn die ich auf meinen Reisen in den 70er/80er Jahren erlebt habe.
Irgendwie ist alles sehr brav geworden. Wer in den 70ern in Thailand oder Malaysia war weiss, was ich meine. Ich würde jedem jungen Mitmenschen raten die Welt vor dem 30. Lebensjahr ein erstes Mal zu bereisen. Mich dünkt, dass alles farbiger und abenteuerlicher war. Man hat sich natürlich auch auf Dinge eingelassen welche man wenn man älter ist nicht mehr unbedingt tut und dadurch engt man sich selber ein. Man wird bequem und hinterfragt viel. Das hat man in den jungen Jahren nicht getan.

Jetzt ist alles irgendwie selbstverständlich. Man hat 4 Kreditkarten in der Tasche, eine Reiseversicherung, ist Mitglied bei der Rega und sucht sich Hotels aus die einem gewissen Standard entsprechen. Zwei Sterne mindestens. Wenn ich daran denke wo ich früher überall übernachtet habe. Im Bahnhof irgendwo auf dem Boden, auf der Gepäckablage im Zug oder direkt am Strand ohne irgend etwas. Mir ist nie etwas passiert und das liegt nicht daran dass ich Risiken gemieden hätte. Ganz im Gegenteil. Ich hatte entweder einfach Glück oder ich mache irgend etwas richtig.


Dienstag, 16. April 2019

Luang Prabang

Nach einem Tag nichts tun in 'Vang Vieng' bin ich soeben nach 4 stündiger Fahrt in 'Luang Prabang' angekommen. Die Strasse war zu 90% ok, dafür waren die restlichen 10% ziemlich mies. Ganz unverhofft meist in unübersichtlichen Kurven riesen Löcher in der Fahrbahn. Ich hab's fertiggebracht nicht voll in eines reinzubrettern denn das hätten wahrscheinlich sogar meine grossen Reifen nicht schadlos überstanden.
Nach ungefähr 3/4 der Strecke kam ein ca 1600m hohes Gebirge. Dabei bemerkte ich, dass ich eine schwarze Auspuffwolke ausstiess. Ich hatte schon Angst dass mir mitten im Nirgendwo das Auto den Geist aufgeben würde. Sobald die extreme Steigung aber durch war wurden die Auspuffgase  wieder 'normal'. Ich habe keine Erfahrung mit Diesel-Motoren aber ich denke, dass da mal eine Wartung anstehen würde. In der Schweiz könnte man mit diesen Auspuffgasen wohl nicht lange rumfahren bevor man von der Polizei angehalten würde.
Was man hier überall sieht sind die vielen Brandrodungen und deren Folgen. Überall rutschen die Hänge ab. Nicht schön das zu sehen.

'Luang Prabang' war scheinbar bis Ende der 80er Jahre die Hauptstadt von Laos. Soll hier einiges zu sehen geben. Bis jetzt hab ich noch nicht sehr viel gesehen von dem es sich gelohnt hätte Fotos zu machen. Das liegt aber wie gesagt auch an der Hitze die alles in eine Dunstwolke hüllt.

Schauen wir mal was es hier in 'Luang Prabang' zu sehen gibt.


Sonntag, 14. April 2019

Vang Vieng

Die zweite Nacht im 'Best Western Hotel' Vientiane war laut. So laut, dass ich um 21:00 Uhr ein neues Zimmer bekommen habe das auf der anderen Seite des Hotels lag. Da ja wie in Laos und anderen buddhistischen Ländern Neujahr ist ging auf der Strasse die Post ab. Die Bässe der diversen Restaurants waren so extrem durchdringend dass alles vibrierte.

Im neuen Zimmer war es dann besser.  Am darauf folgenden Morgen bin ich losgefahren. Mir wurde noch nahegelegt die Fenstern des Autos zu schliessen (was ich bedingt durch die Hitze und wegen der Aircondition sowieso getan hätte). Grund war, dass am Tag nach Neujahr so ziemlich jeder Jugendliche eine riesige Wasserpistole oder gleich einen Kübel Wasser bei sich hat und jeden vollspritzt, der nicht schnell genug reagieren kann. Etwa so, wie bei uns an der Fastnacht, wenn man mit Konfetti beworfen wird.

Mit meinem Navigationsgerät hatte ich am Anfang Probleme. Ich hab rein gar nichts gefunden und denjenigen verflucht, der für die Logik dieser Garmin Geräte zuständig ist. Am Schluss hat es aber dann geklappt. Wenn man die Stadt 'Vang Vieng' suchen will, dann muss man 'M Vang Vieng' eingeben. Wenn man das Dorf 'Ang Nam Houm' sucht dann gibt man 'B Ang Nam Houm' ein. M steht für Stadt, B für Dorf (B = Bang).

Durch die enorme Hitze hier ist aktuell alles braun und es hat viel Staub in der Luft. Keine guten Bedingungen zum Fotografieren. Zudem springe ich momentan von einem airconditioned Spot zum nächsten und vermeide es, zu lange im Freien zu sein. Aber ich merke bereits Unterschiede zum ersten Tag. Scheinbar kann man sich an fast alles gewöhnen.

Das Autofahren hier ist keine grosse Sache. Rechtsverkehr wie bei uns. Die Strassen sind zumindest bis jetzt recht gut. Man fährt hier automatisch langsamer als bei uns (80 km/h fühlt sich bereits schnell an) da es viele Kinder, Moped's mit teilweise bis zu 5 Personen drauf und auch immer wieder Tiere auf der Strasse hat. In der Schweiz ist man in der Regel fast nie gezwungen jemanden zu überholen, ausser man hat einen extremen Sonntagsfahrer vor sich. Hier aber muss man das dauernd tun, egal ob in Kurven oder quer über zwei Gegenfahrspuren hinweg und auch unabhängig davon ob da eine ausgezogene Linie das Überholen eigentlich verbieten würde. Wenn man das aber nicht tut, dann kommt man nirgends hin weil der Unterschied zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Verkehrsteilnehmer ist zu gross.

Mein Auto (siehe Foto) ist ziemlich komfortabel ausgerüstet und bei einem Crash würde wahrscheinlich ich gewinnen.

Jetzt bin ich in einer schönen Unterkunft in 'Vang Vieng' ca 160 km nördlich von Vientiane auf dem Weg nach 'Luang Prabang'. Die haben hier einen schönen Swimmingpool den ich heute Nacht sicher benutzen werde.

Die Preise hier sind tief. Zwei kleine Dosen mit Nescafe kosten 1$. Eine Portion Pommes-Frites ebenfalls 1$. Für die aktuelle Unterkunft hier (toll, alles drin, sauber, Swimmingpool, Wifi, Parkplatz ufm) zahle ich 30$. Eine SIM-Data Karte für mein Handy mit 1.5Gb Volumen 5$.

Morgen bleib ich hier in 'Vang Vieng' und fahre dann am Dienstag weiter in Richtung Norden.



Samstag, 13. April 2019

Laos, Kambodscha, Vietnam 2019

Gleich vorneweg, ich bin seit gestern 12.April in Vientiane/Laos. Aber es ist einiges anders gelaufen als geplant.

Zuhause, am Donnerstag Abend 4.April bereitete ich mich auf meinen Abflug vor. Der sollte am nächsten Tag um 11:30 Uhr mit Singapore Airlines starten. Als ich dann aber die SBB App öffnete um die beste Zugverbindung nach Zürich Airport zu suchen meinte mein Iphone, dass es Freitag sei!!! Shit, ich hinkte doch tatsächlich die ganze Woche einen Tag hinterher was ja als Pensionär normalerweise nicht ein grosses Problem ist. Wenn man aber einen Flug gebucht hat ist es halt schon wichtig.

Einen Moment lang hat mich das natürlich schon ziemlich genervt und ich ging alles durch, das dadurch betroffen sein könnte. Es war aber eigentlich nichts Gravierendes ausser dass ich den Flug und somit Geld verloren habe und dass sich dadurch meine Reise um ein paar Tage verkürzen würde. Aber auch das war nicht weiter schlimm da ja die ganze Reise fast 8 Wochen dauern wird.
Ich ging also am nächsten Tag zu Globetrotter um zu retten was noch zu retten war. Das war leider nicht sehr viel. Bei einem sog. 'no show' ist Singapore relativ hart und man verliert automatisch auch den Rückflug. Somit kann ich mir 1040.- an's Bein streichen.
Ich hab dann einen anderen Flug gebucht. Da dieser frühestens 4 Tage nach dem ursprünglich geplanten stattfinden würde machte es keinen Sinn nach Bangkok zu fliegen und dann mit dem Auto ganz rauf in den Norden zu fahren. Es bliebe zu wenig Zeit und würde den Rest der Reise der spätestens ab Grenze Kambodscha durch die Gültigkeit der Visa diktiert wurde zeitlich in Frage stellen. Ich habe deshalb einen Flug direkt nach Vientiane/Laos gebucht wo ich am 12.April eintreffen würde. Der Flug war mit Thai International Airways und ging über Bangkok direkt nach Vientiane.

Soweit so gut. Ich bin gut in Vientiane angekommen. Dort erwartete mich ein Mietauto mit dem ich die nächsten 14 Tage rumreisen werde.
Als ich den Flugplatz verliess hat es mir fast den Atem genommen. Wer weiss wie heiss es in einer Sauna ist kann es ev nachempfinden. Gefühlte 50 Grad. Ich konnte es erst fast nicht fassen. So eine Temperatur hatte ich noch nie erlebt, nicht mal im heissesten Monat in Nicaragua. 38 Grad im Schatten. An der Sonne wahrscheinlich über 50. Leider schaue ich vor einer Reise nie auf die Temperatur sondern nur darauf, dass ich nicht in eine Monsunperiode komme. Offenbar sind meine zwei Wochen Laos die heissesten zwei Wochen im Jahr.

Heute 13. April ist hier Neujahr. Hab ich auch nicht gewusst. Wurde mir durch den heutigen Geräuschpegel bewusst. Extrem laute Musik aus jedem Lokal und die Leute sauffen sich in die Bewusstlosigkeit. Das ist nicht negativ gemeint. Andere Länder, andere Sitten oder?
Morgen will ich früh losfahren in Richtung 'Vang Vieng', vorbei an einem riesigen Stausee. Dies ist wohl der einzige See der Welt wo es Unterwasser-Holzfäller gibt. Als der Stausee geflutet wurde sind viele wertvolle Bäume darin versunken deren Holz man nun scheinbar raufholt. Wäre vor dem Stauen des Sees wohl einfacher gewesen.

Fotos gibt es noch keine. Ich bin aktuell im 'Best Western Hotel'. Direkt gegenüber einem Lokal namens 'Sticky Finger'.


Samstag, 27. Oktober 2018

Geschafft!

Es ist fast soweit. Auf Ende März 2019 lasse ich mich pensionieren. Viel an Vorbereitung ist schon gemacht. So wohne ich seit Oktober 2018 wieder in Luzern nach 43 Jahren Bern. Tolle Wohnung mitten in der Stadt die ich noch meinen Wünschen entsprechend anpasse. Luzern ist eine wirklich tolle Stadt und sie hat den Vorteil, dass meine KK 130.- p/Monat billiger ist und ich mit dem aktuellen Lohn hier mehr als 4000.- Fr weniger Steuern zahle. Der Arbeitsweg ist halt jetzt länger da ich immer noch in Bern arbeite. Aber man kommt mir super entgegen. Am Montag kann ich jeweils homeoffice machen.
Ich plane im März mein Auto zu verkaufen. Für die paar Kilometer die ich mache ist Garagenplatz usw einfach viel zu teuer. Dafür werde ich mir ein schnelles E-Bike zulegen. Damit bin ich hier schneller als mit dem Auto.
Und das wichtigste. Wenn alles wie geplant läuft werde ich die nächsten Jahre sowieso nur so 2-3 Monate in der CH sein und das restliche Jahr in der Welt rumreisen. 
Ich kann wirklich mehr als zufrieden sein mit meiner Situation. Ich werde diesen Blog so lange es geht mit hoffentlich guten Fotos und Text füllen. Und wenn Ihr dann mal lange nichts mehr hört dann stellt Euch die Situation so vor. Ein wunderschöner Sonnenuntergang, ein grosser Stein. Ich sitzend am Boden, Füsse im Wasser, mit dem Rücken an den Stein lehnend und mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Vielleicht findet man mich in einer Woche, vielleicht nie. Egal, mein Ich ist längst unterwegs im Universum, vielleicht für einen Neuanfang in einer andern Galaxy.

Dann bis im April 2019

Freitag, 15. Juni 2018

Über Ansan nach Seoul

Es ist nun die 4. und letzte Nacht die ich hier im Hotel ‚Days Inn‘ in Seoul verbringe. Im Nachhinein gesehen ist Seoul wohl der interessanteste Ort in ganz Süd-Korea.

Ich vergleiche oft mit Indien. In Indien lebt die Vergangenheit noch. Die ganze riesige Vielfalt der tausenden von Tempeln, Palästen, Schutzbauten usw ist einfach überall und das Leben findet mitten drin stat.

Hier in Korea ist das Leben so wie bei uns oder in den anderen sog. zivilisierten Ländern. Die Vergangenheit ist grösstenteils ausgelöscht. Man findet sie nur noch an gewissen Orten die man in jedem Reiseführer findet. Vielleicht vergleichbar mit dem ‚Ballenberg Swiss Open-Air Museum‘ bei uns, wo man besichtigen kann wie die Leute vor 200 Jahren gelebt haben. Gut, in der Schweiz haben wir doch noch an vielen Orten alte Stadtkerne. Siehe Bern oder etwa das kleinere Aarberg und natürlich auch Luzern. In Korea gibt es sowas nicht mehr. Das ist wohl auch dem Koreakrieg und vorher natürlich dem 2. Weltkrieg mit der Zerstörungswut der Japaner geschuldet. Auf der anderen Seite war ja Deutschland nach dem Krieg ebenfalls total zerstört, und doch findet man heute sehr viele schöne alte Dörfer und Städte, auch wenn es Nachbauten sind. Wir hatten ja in den 60er Jahren hier in der Schweiz auch diesen blödsinnigen Trend in dem man die Städte modernisieren wollte. Ich kenne selber das Beispiel Luzern wo wunderschöne Gebäude hässlichen 60er Jahre Bauten, die man damals noch total Zukunftsgläubig baute, weichen mussten. Heute sieht das aus wie offene Wunden. Bern war da wohl noch etwas vorausschauender.

Mein Hotel hier ist im Stadtteil ‚Gangnam‘. Falls der Name jemandem bekannt vorkommt, es ist der Ort wo dieser furchtbare Hit ‚Gangnam Style‘ herkommt. Musik und Tanz dazu sind wirklich das Letzte aber dieses Stück hat es in die internationalen Hitparaden geschafft, nur Gott alleine (und auf den berufe ich mich selten) weiss warum. Aber das muss ich leider zu einem Grossteil der heutigen Musik sagen. (Sorry, bin ein Kind der 70er mit Musik aus der  Vietnam-War Ära )

Hier im Hotel hab ich etwas Faszinierendes gesehen. Wenn man hier das Auto parkiert, dann fährt man auf eine runde blecherne Scheibe am Boden die so gross ist, dass ein Auto darauf Platz hat.. Dann steigt man aus und der Angestellte drückt einen Knopf. Das Auto wird automatisch in die richtige Richtung gedreht und in einen grossen Lift verschoben. Die Türe geht zu und das Auto wird automatisch mit dem Lift nach oben befördert. Bis hierher nichts aussergewöhnliches.  Was mich aber aus den Socken gehauen hat ist die Grösse dieser Anlage. Es haben 60 Autos Platz, also auf jeder Seite 30 Autos übereinander. Mein Zimmer ist im 14. Stock. Es kann also gut sein, dass mein Auto gleich nebenan in derselben Höhe parkiert ist. Das ist doch wirklich obergeil, oder etwa nicht?. Ich habe gefragt ob ich mal drinsitzen dürfe damit ich von oben Fotos machen könne, aber man hat es nicht erlaubt. Schade.

Morgen Samstag um 23:55 Uhr fliegt meine Maschine (Emirates A-380) ab nach Dubai und dann von dort 4 Stunden später weiter nach Zürich wo ich am Sonntag Nachmittag um ca. 15:30 Uhr eintreffen werden. Am Montag gehts dann wieder los bei der Arbeit. Dann nehme ich die letzten 2 Jahre in Angriff. Stichtag ist der 31. Juni 2020

Dies ist voraussichtlich der letzte Eintrag in diesem Jahr. Falls die Welt noch existiert geht es voraussichtlich im nächsten Jahr weiter.

Ich hab dieses Jahr zwar noch einen zweiten Zahnarztbesuch in Ungarn vor mir aber da werd ich wohl keine Lust haben was zu schreiben.

Man hört sich, wahrscheinlich im 2019



Sonntag, 10. Juni 2018

Von Busan über Geoje und Yeosu nach Mokpo

Nachdem ich in den letzten paar Tagen im untersten Süden von Busan ganz rechts nach Mokpo ganz links gereist bin geht es heute wieder in Richtung Norden nach Jeonju.

Ich muss nun definitiv sagen, dass ich Süd-Korea jetzt gesehen habe. Es gehört zu den Ländern die ich voraussichtlich kein zweites Mal besuchen werde.
Alles ist sauber, funktioniert bestens, die Gegend ist schön, viel Wald, perfekte Strassen usw. All dies hab ich aber auch in der Schweiz. Die Schweiz hat gegenüber Korea rein landschaftlich eindeutig mehr zu bieten.

Das einzige was hier klar bedeutend anders ist sind wie bereits erwähnt die Leute und ihre Freundlichkeit. Das mit dem Verbeugen hat schon was obwohl es manchmal übertrieben wird. Im Moment sind scheinbar irgendwelche Wahlen und man sieht überall Politiker mit Gruppen von jungen Wahlhelfern die an den Strassen stehen und den Autos tanzend zuwinken oder sich eben verbeugen. Die Verbeugung ist in Korea weniger ausgeprägt als in Japan. Dort verbeugt man sich wirklich tief während es hier etwas weniger ist. Wie auch immer. Es ist etwas das man wahrscheinlich sonst in dieser Art nirgends auf der Welt sieht.

Ansonsten erwähnenswert ist eine Austellung auf dem ehemaligen POW-Gelände (Prisoners of War) wo man die Nord-Koreanischen Soldaten während dem Korea Krieg untergebracht hat. War sehr eindrücklich und interessant. Die Kriegserfahrung ist speziell bei den älteren Leuten schon noch sehr aktuell. Was man hier zwar versteckt aber immer vorhanden spührt sind die nicht ganz positiven Gefühle gegenüber Japan. Japan hat Korea in den letzten paar Jahrhunderten mehrmals angegriffen und schlimme Massaker veranstaltet. Darin sind die Japaner ziemlich konstant. Sie haben ja auch im zweiten Weltkrieg und in den frühen 30er Jahren schlimm gewütet. Auch China hat so seine Erfahrungen mit den Japanern gemacht. Im Gegensatz zu Deutschland hat sich Japan nie richtig dafür bei den betroffenen entschuldigt und viele Japaner behaupten noch heute dass das alles fake ist.

Sonst hab ich nicht wirklich viel erwähnenswertes erlebt. Vielleicht gehört der Aufenthalt in einem Hotel in dem ich für 70$ eine riesige super 4-Zimmer Wohnung bekam dazu. Es hat mir so gefallen dass ich wegen der Wohnung gleich noch eine zweite Nacht gebucht habe.

Das Fahren hier ist wie gesagt sehr angenehm. Ich sagte ja, dass die Höchstgeschwindigkeit hier 100 auf Schnellstrassen und 80 auf den andern ist. Allerdings fahren die Koreaner fast alle bedeutend schneller. Ich hab nun auch raus wie sie das machen. Das Navi hier zeigt jede Stelle an, wo die Polizei Fotos macht. Auch die Stellen selber sind gut ausgeschildert. So kann man immer wenn eine kommt auf die angegebene Geschwindigkeit runter und danach dreht man wieder auf. Auch das Überfahren der Sicherheitslinie um zu überholen ist hier ein Volkssport dem ich mich natürlich spontan angeschlossen habe.
Im Gegensatz zur Schweiz (oder wohl der meisten Länder) ist die Polizei scheinbar nicht darauf aus die Leute beim zu schnellen Fahren zu erwischen und dafür zu kassieren sondern darauf, dass man generell nicht sehr lange zu schnell fahren kann. Alle 3-4 km ist so eine Kamera so dass wohl im Durchschnitt doch langsamer gefahren wird.


Montag, 4. Juni 2018

Busan nach Fukuoka und zurück

Wie angekündigt hab ich am 1.Juni das Schiff (Tragflügelboot) in Busan bestiegen und bin damit in 3.5 Stunden nach Fukuoka in Japan gefahren. Auf der Karte kann man sehen, dass sich dort Süd-Korea und Japan geografisch am Nächsten sind.

Ich hatte ja im Sinn, noch kurz mit dem Schnellzug (350km/h) für 2 Tage nach Tokyo zu fahren.
Dann hab ich mich aber dagegen entschieden weil das Ticket für hin ca 250.- kosten würde, hin und zurück also über 400.-. Um mit dem billigeren und viel langsameren Zug zu fahren war einfach zu wenig Zeit.
Somit blieb ich besagte 3 Tage in Fukuoka, einer 1.5 Millionen Einwohner Stadt, 5 mal so gross wie Zürich! Als ich bei der vermeintlichen Hotel-Reception war wurde mir gesagt dass dies nur die Reception sei und das Hotel resp Zimmer 2 Minuten von der  Reception entfernt läge. Ich dachte bei mir - super, sehr schöne Reception und danach dann lausige Zimmer. Dem war aber überhaupt nicht so. Diese Firma vermietet neben Zimmern auch ganze Appartments und zwar nicht nur Tage- sondern auch Wochen- oder Monate-lang.

Mein Zimmer hat Kühlschrank, Küche mit 1 Herdplatte und ein Badezimmer mit Dusche und auch Badewanne. Zudem ein brauchbares WLAN. Auch die Lage ist ideal. Alles sehr gut und sauber für 60.- pro Tag. Ich merke gerade, dass ich nicht absolut sicher bin mit der anzuwendenden Zeitform in so einem Blog, nein, sogar generell! Wenn ich sage, dass das Zimmer einen Kühlschrank hatte dann ist das zwar richtig oder? Es bedeutet aber auch, dass es nun keinen mehr hat! Warum? Wurde er gestohlen? Ist das Haus abgebrannt? Man sagt doch auch nicht, dass Emirates eine der besten Fluggesellschaften war sondern dass sie es ist (wenn sie es noch ist !) Also ist die richtige Antwort auch hier 53. Oder wieviel war es schon wieder? Die Antwort auf alle Fragen?

Die japanische Währung, der Yen, ist um den Faktor 10 grösser als die koreanische. Heisst: 1000 Yen sind 10 Sfr während 1000 Won nur 1 Sfr ist. Für 200 Sfr bekomme ich somit 200'000 Won oder 20'000 Yen.

Japan ist ein eher teures Land. Essen, Trinken usw sind wie bei uns. Elektronik auf der andern Seite ist extrem teuer. Ich verstehe nicht ganz wieso Geräte von Sony, Denon, Sanyo, LG usw teilweise das doppelte kosten wie in der teuren Schweiz. Dafür hab ich hier einen 8K TV gesehen und die erste TV Station fängt noch in diesem Jahr an in 8k zu senden. Ich war in einem Geschäft wo man Pick-ups für Plattenspieler auf Lager hat. Leider war mein schwarzes Ortofon nicht dabei. Es wäre preislich vergleichbar gewesen. Sollte wohl nicht sein.
Viele neue Stereo Endstufen haben wieder Analoge Pegel-Anzeigen. Plattenspieler gibt es ebenfalls viele hier im Verkauf. Nur Tonbandgeräte hab ich keine gesehen. Aus diesem Grund wollte ich eigentlich nach Tokyo. Aber ich habe ja bald vieeeeel Zeit😎
Die Japaner sind überaus freundlich. Obwohl das natürlich bei Touristen vielfach antrainiert ist gibt es einem doch ein Gefühl von respektvollem Umgang untereinander. Wenn man das mit einem Geschäft bei uns vergleicht dann sind die Unterschiede gewaltig. Und das liegt nicht nur an der überall praktizierten Verbeugung.
Es kann aber auch mühsam sein. Gestern war ich in einem Geschäft und hatte eine Frage. Der Angestellte wollte mir was zeigen, aber er kam nicht raus aus seinem Platz hinter dem Verkaufstresen. Denn dort stand ein Bankomat so ungünstig, dass wenn jemand Geld bezieht er ebendiesen Ausgang blockiert. Genau das war der Fall. Bei uns hätten wir, 'entschuldigen Sie, darf ich kurz vorbei' gesagt. Aber nicht in Japan. Der Verkäufer machte keinen Mux und musste warten (und damit natürlich auch ich) bis der andere nach dem dritten Versuch endlich sein Geld bekam.
Japaner werden schon als Kind auf sehr extreme Höflichkeitsregeln gedrillt. Was bei uns leider gar nicht mehr vermittelt wird übertreibt man in Japan gewaltig. Wenn dann diese unsichtbare Mauer mal Risse bekommt, dann ist die Reaktion umso heftiger.

Gestern war ich in einem sog. Shrine 

Schrein dient der Verehrung einer ein­hei­mischen Gottheit (kami). Das Wort „Schrein“, jap. (jinja), wurde gewählt, um Ver­ehrungs­stätten für kami von bud­dhis­tischen „Tempeln“, jap. (tera), zu unter­scheiden. Im engeren Sinn bezieht sich „Schrein“ auf ein ein­zel­nes Gebäude, meist be­zeich­net der Begriff aber eine „Schrein­anlage“, in der eine Vielzahl religiöser Gebäude zu finden sind.

London, Brüssel, Brügge, Gent, Luxembourg, Strassbourg

Wieder ist einige Zeit vergangen. Auf dem Weg zurück von Inchnadamph in Schottland übernachtete ich noch einmal, diesmal in Strathpeffer, ei...